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Politik Der Brexit: Eine endlose Groteske
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16:30 14.12.2018
Tja, eigentlich gibt es beim Brexit ja nicht so viel zum Lachen. Premierministerin Theresa May und EU-Kommissionschef Jean-ClaClaude Juncker haben immerhin vor den Fotografen Spaß in Brüssel. Quelle: dpa
Brüssel

Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union entwickelt sich immer mehr zu einer grotesken Geschichte. Vor weniger als einem Monat haben sich die britische Premierministerin und die EU auf einen Vertrag geeinigt. Alles gut also, hätte man sagen können: Wenn die Briten unbedingt aus der EU austreten wollen, dann sollen sie eben gehen. Tschüss.

Doch so einfach ist es leider nicht. Mittlerweile haben einige Brexiteers nicht nur ihre eigene Premierministerin, sondern die EU gleich mit in Geiselhaft genommen. Sie wollen allen Ernstes einen bereits geschlossenen Vertrag wieder aufmachen, weil ihnen ein Paragraf darin nicht gefällt. Diese Chuzpe muss man erst einmal haben. Aber an Selbstbewusstsein hat es den Eton Boys (so genannt nach einer elitären Privatschule, die im Englischen bemerkenswerterweise als öffentliche Schule bezeichnet wird) noch nie gefehlt.

Die Briten könnten mehr Rationalität an den Tag legen – und die EU27 mehr Flexibilität

Diese Brexiteers haben es nun leider soweit getrieben, dass beide Seiten mit einem No-Deal-Brexit in gut 100 Tagen rechnen müssen. Das wäre der vertragslose Austritt Großbritanniens, der aller Voraussicht nach ein wirtschaftliches Chaos auf der Insel mit sich bringen würde, aber auch große Probleme für die EU.

Doch die Staats- und Regierungschefs der EU haben auf diese Misere bislang mit recht konventionellen Mitteln reagiert. Sie beharren darauf, einen einmal ausgehandelten Vertrag nicht mehr anfassen zu können. Das wäre gewiss korrekt, wenn man es auf der anderen Seite mit rationalen Vertragspartnern zu tun hätte. Doch Rationalität ist offenbar im Lager der Kritiker der britischen Premierministerin Theresa May ein rares Gut. Bevor also das Chaos von den britischen Inseln nach Kontinentaleuropa überschwappt, wäre es angebracht, wenn die EU etwas unkonventioneller vorgehen würde. Sie könnte etwa den Briten anbieten, das Austrittsdatum nach hinten zu verschieben. Das wäre die Fortsetzung des Brexit-Dramas, aber besser als ein ungeordneter Brexit.

Von Damir Fras/RND

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