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Nachrichten Politik Tornados nicht mehr Nato-tauglich
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17:46 31.03.2018
Deutschland kann wegen der altersschwachen Tornados seine Nato-Bündnisverpflichtungen nicht mehr einhalten. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Nach einem Bericht des "Spiegels" kann Deutschland seine Nato-Bündnisverpflichtungen nicht mehr einhalten, da das IT-System und die Verkabelung veraltet sind. Die 93 Kampjets müssten deshalb unverzüglich und umfangreich modernisiert werden. Mit Mehrkosten in Millionenhöhe sei zu rechnen.

Doch nicht nur das: Die Tornados, die unter anderem in Jagel in Schleswig-Holstein stationiert sind, seien laut dem vertraulichen Papier des Bundesverteidigungsministeriums nicht ausreichend abhörsicher und verfügen über kein verschlüsseltes Kommunikationssystem, das bei allen internationalen Einsätzen Pflicht ist. Im jetzigen Zustand "könnte das Waffensystem Tornado an keinem Nato-Einsatz mehr teilnehmen", zitiert der "Spiegel" aus dem Ministeriumsbericht.

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Kampfjets haben kein Freund-Feind-Erkennungssystem

Des weiteren verfügen die Tornados bis heute nicht über ein von der Nato gefordertes Freund-Feind-Erkennungssystem, das irrtümliche Angriffe auf alliierte Jets oder folgenreiche Verwechslungen von Kampfjets in der Luft vermeiden soll. Laut "Spiegel" sei der Einbau der Geräte bis 2019 "nicht mehr realisierbar". Dies sei insofern problematisch, da ab diesem Zeitpunkt die Technik bei der Nato als verpflichtend gilt.

Da die aufgezählten Mängel und Risiken vielschichtig sind, stellt sich die Frage, ob die Tornados überhaupt noch modernisiert werden können. Denn grundsätzlich sei "die Einsatzbereitschaft mit zunehmendem Alter des Waffensystems deutlich risikobehaftet". Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte 2016 entschieden, die Tornados noch bis 2035 und damit länger als geplant zu nutzen. In der Zwischenzeit will sie einen marktverfügbaren Nachfolger aussuchen.

Mängel bei der Luftwaffe, Besatzungen fehlen

Von den 93 Tornados waren Ende 2017 nur 26 einsatzbereit, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf den aktuellen Rüstungsbericht des Verteidigungsministeriums. Auch deshalb könne die Luftwaffe im Ernstfall nur noch eingeschränkt ihren Nato-Bündnisverpflichtungen nachkommen. Das Problem liege aber nicht nur am Mangel an einsatzbereiten Flugzeugen, es fehle auch an Besatzungen.

Dem RND-Bericht zufolge standen zum Jahresende nicht die 33 Tornados zur Verfügung, zu deren Abstellung sie sich im Rahmen der schnellen Einsatztruppe der Nato verpflichtet habe. Im Februar hatte zudem Biodiesel die in Jagel stationierten Tornados lahmgelegt.

Was alles nicht einsatzbereit ist

Bereits im vergangenen Monate hatte das Verteidigungsministerium eingeräumt, dass ein Großteil der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr nicht einsatzbereit sind. Das Verteidigungsministerium erklärte die Probleme bei Hubschraubern, Flugzeugen, Panzern und Schiffen unter anderem mit einer verstärkten Abnutzung der Waffensysteme durch die gestiegene Zahl von Übungen und Einsätzen im Zusammenhang mit der verschlechterten Sicherheitslage seit der Ukraine-Krise.

Die Einsatzbereitschaft bei den laufenden Einsätzen sei allerdings gewährleistet, hieß es.

Von KN-online

Deutsche Presse-Agentur dpa 31.03.2018
31.03.2018
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