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Politik „Die Drohkulisse von Jens Spahn hat gewirkt“
Nachrichten Politik „Die Drohkulisse von Jens Spahn hat gewirkt“
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05:20 16.10.2018
Die elektronische Patientenakte gilt als „Killerapplikation“ im Gesundheitwesen Quelle: dpa
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Berlin

Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Seit mehr als 15 Jahre bekriegen sich Kassen, Krankenhäuser, Ärzte und Apotheker bei dem Versuch, das deutsche Gesundheitswesen zu digitalisieren. Milliarden wurden versenkt, um eine elektronische Gesundheitskarte zu etablieren, die unter anderem die Grundlage für eine digitale Patientenakte sein sollte. Doch plötzlich geht alles ganz schnell. In kurzer Frist haben sich Kassen und Ärzte auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt.

Wer einmal in der Notlage war, wichtige Befunde von einem Arzt besorgen zu müssen, der inzwischen in den Ruhestand gegangen ist, weiß, wie wichtig eine elektronische Patientenakte ist. Sie wird helfen, Doppeluntersuchungen zu vermeiden und schneller als bisher die geeignete Behandlung eines Patienten zu ermöglichen. Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Medikamenten können verhindert werden, weil die App der Gesundheitsakte Alarm schlägt, sobald gefährliche Kombinationen erkannt werden. Die Zahl der möglichen Anwendungen ist heute noch gar nicht überschaubar. Da der Versicherte der Herr über seine Daten bleibt, muss sich niemand Sorgen um den Schutz derselben machen. Nur zur Erinnerung: Heute ist es üblich, dass Ärzte Befunde faxen. Das ist so sicher wie der Versand einer Postkarte.

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Dass es plötzlich so schnell geht, darf dem als ungeduldig geltenden Gesundheitsminister Jens Spahn zugerechnet werden. Spahn hat auf einem völlig anderen Gebiet – es ging um die Personalausstattung von Kliniken – gezeigt, dass er sich von den Akteuren im Gesundheitswesen nicht auf der Nase herumtanzen lässt. Kurzerhand riss er die Entscheidung an sich und legte die Untergrenzen per Verordnung fest. Auch bei der Patientenakte machte er den Beteiligten klar, dass er rasch Ergebnisse sehen will. Die Drohkulisse hat gewirkt. Endlich.

Von Timot Szent-Ivanyi/RND

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