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Politik Erzieher-Nachwuchs soll Geld verdienen
Nachrichten Politik Erzieher-Nachwuchs soll Geld verdienen
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07:00 08.08.2018
Von Christian Hiersemenzel
Foto: Foto: Kita-Personal wird überall dringend gesucht, doch in der Ausbildung verdienen angehende Erzieher und Erzieherinnen nichts.
Kita-Personal wird überall dringend gesucht, doch in der Ausbildung verdienen angehende Erzieher und Erzieherinnen nichts. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Kiel

Während jeder Friseurlehrling ab dem ersten Ausbildungsmonat mit einem Grundgehalt nach Hause geht, verdienen angehende Pädagogen im frühkindlichen Bereich zunächst keinen Cent. Längst sprechen Abgeordnete im Kieler Landtag fraktionsübergreifend von einem skandalösen Zustand. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) kündigt jetzt Abhilfe an.

„Wir diskutieren bei der Erzieher/innen-Ausbildung aktuell über dualisierte Formen der Ausbildung“, sagte die Ministerin auf Anfrage unserer Zeitung. „Dabei spielt auch eine trägerfinanzierte Vergütung eine Rolle.“ Hintergrund ist die Ankündigung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD), wonach sein Land mit Verweis auf einen eklatanten Fachkräftemangel „möglichst schnell“ eine Erzieherausbildung bereithalten wolle, für die es vom ersten Tag an eine Vergütung gibt.

„Das wird aus öffentlichen Mitteln zu bezahlen sein“, sagte der Ministerpräsident in Hannover. Zwar hegt die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Prien für sein grundsätzliches Anliegen Sympathie. Hier müssten für die Bezahlung allerdings die jeweiligen Träger zuständig sein. Das Land gebe jedenfalls kein zusätzliches Geld, stellte ihr Sprecher klar.

Rathaus unterstützt die Pläne

Im Kieler Rathaus begrüßt man unterdessen Priens Initiative zu einer bezahlten Ausbildung. In den städtischen Kitas seien derzeit noch zwölf Planstellen zu besetzen, informierte Sprecher Arne Ivers. „Insbesondere in den Wintermonaten können frei werdende Stellen nicht kurzfristig wieder besetzt werden, da keine Bewerbungen vorliegen.“ Um jedoch den Rechtsanspruch von Eltern auf Betreuungsplätze für ihre Kinder zu erfüllen, seien dringend weitere Betreuungsplätze zu schaffen.

Bei den Pflegeberufen ist der Norden einen Schritt weiter. Sozialminister Heiner Garg (FDP) wies darauf hin, dass Schulgeldbeiträge der Azubis seit Jahresbeginn der Vergangenheit angehören.