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Politik EKD-Ratspräsident kritisiert Rüstungsexporte in Entwicklungsländer
Nachrichten Politik EKD-Ratspräsident kritisiert Rüstungsexporte in Entwicklungsländer
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05:02 20.06.2018
EKD-Ratspräsident Heinrich Bedford-Strohm kritisiert die deutschen Rüstungsexporte in Entwicklungsländer. Quelle: dpa
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Berlin

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Heinrich Bedford-Strohm hat aus Anlass der Verabschiedung des Rüstungsexportberichts durch das Bundeskabinett am Mittwoch den drastischen Anstieg deutscher Exporte in Dritt- und Entwicklungsländer scharf kritisiert. „Ausgerechnet am Weltflüchtlingstag werden erschreckende Zahlen zum Anstieg deutscher Rüstungsexporte in Staaten außerhalb von EU und Nato öffentlich. Waffen schaffen weder Frieden noch zivile Zukunftsperspektiven, sondern treiben Menschen in die Flucht“, sagte Bedford-Strohm dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Am Mittwoch präsentiert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dem Bundeskabinett den Rüstungsexportbericht für das Jahr 2017. Laut Kabinettsvorlage, die dem RND vorliegt, sank der Gesamtwert der Einzelgenehmigungen im Vergleich zum Vorjahr von 6,842 auf 6,242 Milliarden Euro. Die Zahl der Einzelgenehmigungen ging von 12.215 auf 11.491 zurück. Der Export in Entwicklungsländer steigerte sich im gleichen Zeitraum von 581,1 Millionen auf 1,048 Milliarden Euro. Die Ausfuhren in Drittländer nahmen von 3,668 auf 3,795 Milliarden Euro zu. Bedeutendste Empfängerländer waren Ägypten (708,3 Millionen Euro), Indonesien (131,1 Millionen Euro) und Pakistan (32,4 Millionen Euro). „Waffenausfuhren in Krisenregionen kritisieren wir als christliche Kirchen seit Langem“, erklärte Bedford-Strohm gegenüber dem RND.

Von RND

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