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Politik EU stellt weitere 30 Millionen für Rohingya bereit
Nachrichten Politik EU stellt weitere 30 Millionen für Rohingya bereit
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12:23 23.10.2017
Mehr als eine halbe Million Angehörige der Rohingya sind von Myanmar ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Quelle: imago
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Genf

Die Europäische Union hat weitere 30 Millionen Euro Hilfe für die aus Myanmar geflüchteten Rohingya angekündigt. „Die Rohingya verdienen eine Zukunft“, sagte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, am Montag zum Auftakt der UN-Geberkonferenz für die Rohingya in Genf. „Wir haben die moralische Pflicht, ihnen Hoffnung zu geben.“ Die EU hatte bereits 21 Millionen Euro bereit gestellt.

Seit dem 25. August sind nach UN-Angaben rund 580.000 muslimische Rohingya aus dem vorwiegend buddhistischen Myanmar in das Nachbarland Bangladesch geflohen. Sie werden in ihrer Heimat verfolgt und sind nach eigenen Angaben vor Mord und Totschlag geflohen. Myanmar bestreitet ethnische Säuberungen.

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Vor der Gewalt in ihrer Heimat Myanmar fliehen die Angehörigen der muslimischen Minderheit der Rohingya ins Nachbarland Bangladesch. Die Mehrheit sind Kinder. Die Zustände in den Flüchtlingslagern sind verheerend – denn auch Bangladesch ist bettelarm.

An diesem Montag sind Regierungsvertreter aus aller Welt in Genf zu einer Geberkonferenz zusammengekommen. Zur Unterstützung der Rohingya brauchen die UN 434 Millionen Dollar (fast 370 Millionen Euro). Davon waren bis Ende vergangener Woche erst knapp 30 Prozent eingegangen. Deutschland hat dem Roten Kreuz seit Ausbruch der Krise 5 Millionen Euro für die Rohingya-Hilfe überwiesen.

„Dies ist die am schnellsten wachsende Flüchtlingskrise der Welt“, sagte Jens Laerke, Sprecher des UN-Nothilfebüros (Ocha). Insgesamt sollen 1,2 Millionen Menschen in Bangladesch Hilfe erhalten, neben den Flüchtlingen auch Gastfamilien und andere, die den Rohingya zur Seite stehen. Wie die Ocha-Statistik zeigt, kommt für Kriseneinsätze aber oft weniger als die Hälfte des nötigen Geldes zusammen. Im Februar fand eine Geberkonferenz für Kamerun, Tschad, Niger und Nigeria in Afrika statt, wo durch das Wüten der Terrororganisation Boko Haram mehr als zehn Millionen Menschen Hilfe brauchen. Trotz der Konferenz wurde der Bedarf für die Länder Kamerun und Tschad, zusammen knapp 900 Millionen Dollar, bis heute nur zu einem Drittel gedeckt.

Ocha hat seit 2013 zehn Geberkonferenzen organisiert, darunter insgesamt fünf für Syrien. Für zahlreiche andere Krisen werden lediglich Spendenaufrufe veröffentlicht – ohne Geberkonferenz. „Sinn solcher Konferenzen ist es, die öffentliche Aufmerksamkeit zu einem kritischen Zeitpunkt auf eine Krise zu lenken“, sagte Ocha-Sprecher Laerke.

UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi mahnte, dass die Ursachen der Fluchtbewegung beseitigt werden müssten, unter anderem, dass den Rohingya die Staatsbürgerschaft verweigert werde.

Von epd/dpa/RND

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