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12:59 06.03.2019
Kostenloses Wasser im Restaurant oder in der Bar: Das gibt es mancherorts zwar bereits, ist aber nicht überall Standard. | Quelle: Markus C. Hurek/pa
Berlin

Die EU will Restaurants dazu bringen, ihren Gästen künftig kostenlos und automatisch Leitungswasser anzubieten. Das sieht die neue Trinkwasserrichtlinie vor, die vor allem zwei Ziele verfolgt.

Ein Glas Wasser kann in einem Restaurant oder am Kiosk schnell mal zwei Euro oder mehr kosten. Dabei fällt manchmal sogar noch Einwegmüll an. Die EU-Kommission schlägt nun vor, dass Restaurants, Kantinen und Caterer künftig Leitungswasser kostenlos oder maximal für eine kleine Gebühr zur Verfügung stellen. Zudem soll es mehr öffentliche Trinkbrunnen, Wasserzapfstellen und eine Kampagne für das Nass aus dem Hahn geben. Das erklärte Ziel: Die Europäer sollen mehr Wasser aus dem Hahn und weniger aus Plastikflaschen trinken. Damit soll die Müllmenge reduziert werden.

Im Gaststättengewerbe gibt es Widerstand

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat „im Grundsatz“ bereits ihre Zustimmung für die neue Richtlinie gegeben, wie sie bei einem Treffen mit ihren Amtskollegen in Brüssel erklärte.

Im Gaststättengewerbe stößt das Vorhaben auf wenig Gegenliebe: Laut einer Umfrage des „Gastgewerbe-Magazins“ aus dem vorigen Jahr lehnen 82 Prozent der Wirte ein kostenloses Glas Wasser zu Wein oder Kaffee ab. Sie fürchten vor allem zusätzliche Kosten für die Glasreinigung und den Service. Zunächst will die EU auf Sanktionen für die Durchsetzung dieser Idee verzichten.

Neben der leichteren Verfügbarkeit von Trinkwasser in Europa geht es bei der EU-Trinkwasserrichtlinie vor allem um die Sicherung von Qualitätsstandards. Insgesamt ist die Wasserqualität in der Europäischen Union bereits ziemlich gut. Fast 99 Prozent der Trinkwasserproben sind in der Regel ohne Beanstandungen.

Vorschriften für den Mikroplastik-Gehalt

Trotzdem will die EU Vorschriften in bestimmten Bereichen verschärfen. So sollen künftig bestimmte hormonaktive Substanzen oder der Gehalt von Mikroplastik im Wasser genauer unter die Lupe genommen werden. Deutschland hatte unter anderem eine schärfere Obergrenze beim Bleigehalt gefordert, sich damit aber nicht durchsetzen können.

In Österreich ist die EU-Trinkwasserrichtlinie zum Wahlkampfthema geworden. Die Regierung verbittet sich eine Einmischung aus Brüssel. Man habe fürchte ausufernde Bürokratie bereits eine der „besten und umfassendsten Trinkwasserversorgungen in der EU“, so das Argument. Die Opposition wirft der Regierung von Sebastian Kurz hingegen vor, den Bürgern einen besseren Standard beim Trinkwasser vorenthalten zu wollen.

Trotz der Aufregung aus Österreich wird die Richtlinie voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2019 verabschiedet.

Von RND/CB

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