Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Politik Ein Festival gegen Armut und Hunger
Nachrichten Politik Ein Festival gegen Armut und Hunger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:56 05.07.2017
Einsatz für mehr Gerechtigkeit: Hugh Evans, der Gründer des gemeinnützigen Projekts Global Citizen. Quelle: dpa
Anzeige
Hamburg

Coldplay kommt. Shakira kommt. Herbert Grönemeyer und Lena Meyer-Landrut sind dabei. Sie sind die Stars beim Global-Citizen-Festival am Donnerstagabend in Hamburg. Ihr Ziel: Die G-20-Staats- und Regierungschefs zu mehr Einsatz gegen Armut und Hungersnöte bewegen. „Armut füttert Konflikte, Konflikte füttern Armut – ein Teufelskreis. Wir brauchen dringend politisches Handeln dagegen“, sagte der Gründer des gemeinnützigen Projekts Global Citizien, Hugh Evans. Der Australier setzt sich weltweit unter anderem für die Ausmerzung von Hunger, bessere Bildung für Jungen und Mädchen und die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ein.

Chris Martin: Der Coldplay-Frontmann singt in Hamburg beim Global-Citizen-Festival. Quelle: AP

Vor Beginn des Festivals rief Evans die G-20-Demonstranten in Hamburg zu Friedfertigkeit auf. „Friedliche Demonstrationen sind am effektivsten. Mit ihnen ist am meisten zu erreichen“, sagte er und erinnerte an den Unabhängigkeitskämpfer Mahatma Ghandi und an Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela. Seine eigene Bewegung sieht Evans nicht als Protest, sondern eher als „Aufruf zum Handeln“ an – mit dem Ziel: „Wir fordern, dass alles daran gesetzt wird, den Kampf gegen extreme Armut und Ungleichheiten auf dieser Welt bis 2030 zu gewinnen.“ Für die Armutsbekämpfung fehlen nach Evans Angaben derzeit rund 110 Milliarden US-Dollar (96 Mrd Euro).

Anzeige

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Afrika zum ersten Mal zum Schwerpunktthema einer G-20-Präsidentschaft gewählt. „Wir brauchen Anführer wie Merkel, die die Stärke der G 20 nutzen will“, sagte Evans. „Frau Merkel muss zum Festival kommen, das geht gar nicht anders.“ Die Bürger in Deutschland, die sich über die Plattform www.globalcitizen.org an die Kanzlerin gewandt hätten, haben seiner Ansicht nach so viel Druck auf die Spitzenpolitikerin ausgeübt, dass sie einfach vorbeikommen müsse.

Seit langem engagiert: Der Sänger und Schauspieler Herbert Grönemeyer, am Donnerstag singt er aus Protest gegen die internationale Politik. Quelle: dpa

Kanadas Premierminister Justin Trudeau, Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg und Argentiniens Präsident Mauricio Macri sollen beim Festival ein nachhaltiges Bekenntnis ablegen. „Wir geben keinem eine Bühne, der sich nicht zur Armutsbekämpfung verpflichtet“, sagte Evans. Mit der angekündigten drastischen Kürzung der US-Entwicklungshilfe habe Präsident Donald Trump eine rote Linie überschritten, ergänzte er. Jedoch sei die Frage, was der Präsident tatsächlich umsetzen werde. Die Organisation strebe mit der Trump-Regierung einen konstruktiven Dialog an.

Nach Evans Angaben machen 110 000 Bürger aus Deutschland bei der Organisation mit, davon 50 000 aus Hamburg. Vor allem mit politischen Tweets (Kurznachrichten) und Telefonanrufen seien sie Politikern auf die Pelle gerückt, berichtete Evans. Insgesamt seien 630 000 solcher Aktionen allein aus Deutschland in den vergangenen drei Monaten gezählt worden. „Diesen großen Zuspruch hätten wir nicht erwartet, das war sehr ermutigend.“ Für das einzelne Engagement werden Punkte gutgeschrieben, die besten Punktesammler bekamen eine Freikarte für das Festival, das erstmals in Deutschland über die Bühne geht.

Auch sie treten in Hamburg auf: Regisseur Florian David Fitz (links) und der Schauspieler Elyas M´Barek. Quelle: dpa

Aufgrund der Sicherheits-Checks sollten die Konzertbesucher am Donnerstag möglichst früh zur Barclaycard-Arena anreisen, die Türen werden um 16.30 Uhr geöffnet. Ein Personalausweis sei erforderlich. Rucksäcke oder Taschen dürfen nach Angaben der Organisatoren nicht in die Halle mitgenommen werden. Um 19.00 Uhr soll die Band Coldplay nebst Shakira loslegen – nach einer „Pre-Show“ von „ESC“-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut.

Von Almut Kipp/RND

05.07.2017
05.07.2017