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06:47 24.04.2019
Um Bürgern Ängste zu nehmen und Vertrauen zu schaffen, gibt es in den nächsten Monaten Informationsveranstaltungen. Die erste ist in Kiel. Quelle: Daniel Bockwoldt
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Kiel

Der bundesweite Auftakt für Info-Veranstaltungen zur Suche nach einem atomaren Endlager in Deutschland beginnt am Mittwoch um 18 Uhr in Kiel. Es handle sich um ein Informationsangebot im Landeshaus, in dem sonst der Landtag tagt, speziell für die Bürger, erläuterte das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE).

Dabei werde darüber informiert, wie das Verfahren zur Endlagersuche ablaufe und welche Beteiligungsmöglichkeiten die Bürger hätten. Über die konkreten Arbeiten gebe die Bundesgesellschaft für Endlagerung Auskunft. Fachleute stünden für Fragen bereit.

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Neustart nach Gorleben

Nach jahrzehntelangem Streit um ein mögliches Endlager für hoch radioaktiven Atommüll im niedersächsischen Salzstock Gorleben beschloss die Politik einen Neustart. Nun soll ein Ort nach nachvollziehbaren, geologischen und anderen klar definierten Kriterien in einem transparenten Verfahren ausgesucht werden.

Ziel ist, bis 2031 einen unterirdischen Ort zu finden, an dem der strahlende Abfall eine Million Jahre möglichst sicher lagern kann. Als geologische Formationen kommen Salz, Ton und kristallines Gestein wie Granit in Frage.

2020 soll es ersten Bericht geben

Solche Gebiete gibt es mehrere in Deutschland. Derzeit wertet die Bundesgesellschaft für Endlagerung geologische Daten aus, die die regionalen Behörden zur Verfügung gestellt haben. Mitte 2020 soll ein Bericht über Teilgebiete vorliegen, die grundsätzlich die geologischen Voraussetzungen erfüllen.

Es gibt aber weitere Kriterien, etwa die Nähe zu Wohngebieten. Es folgt eine Erkundung über Tage, dann unter Tage. Am Ende entscheidet der Gesetzgeber - also Bundestag und Bundesrat - anhand von wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Das Verfahren wurde in einem überparteilichen Prozess festgelegt, die Mehrheit für das sogenannte Standortauswahlgesetz im Bundestag war groß.

Linke war gegen das Gesetz

Die Linke sagte allerdings nein. Unter anderem bemängelt die Partei "Schlupflöcher" im Exportverbot für hoch radioaktiven Atommüll. Außerdem sollte der Salzstock Gorleben ihrer Meinung nach gar nicht mehr im Rennen sein, weil er politisch verbrannt sei. Das sehen auch manche Umweltschützer und örtliche Aktivisten so.

Manche fürchten, dass es sowieso wieder auf Gorleben hinauslaufen wird, weil auch schon viel Geld in die Erkundung geflossen ist. Kritiker halten auch die Regelungen zu Bürgerbeteiligung, Rechtsschutz und Transparenz im Suchverfahren für unzureichend.

Um Bürgern Ängste zu nehmen und Vertrauen zu schaffen, gibt es in den nächsten Monaten Informationsveranstaltungen.

Von RND/dpa

24.04.2019
24.04.2019