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Politik Ungebetene Gäste in Carport und Strandkorb
Nachrichten Politik Ungebetene Gäste in Carport und Strandkorb
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22:41 08.08.2018
Von Bastian Modrow
Diese Aufnahme aus dem Mai 2018 aus einem Carport in Boostedt zeigt, dass hier unerlaubt Privatgrundstück betreten wurde. Quelle: Screenshot Überwachungsvideo
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Boostedt

Vor allem das Thema Diebstahl sei in dem 4600-Einwohner-Ort ein „heißes Eisen“, sagt Marina Weber, Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft Boostedt. „Ständig werden Fahrräder gestohlen, was aber totgeschwiegen wird. Die Polizei unternimmt nach Empfinden der Bürger zu wenig“, schildert die Kommunalpolitikerin Beschwerden von Bewohnern.

Dinge verschwinden von Grundstücken

Immer wieder würden Mülltonnen durchwühlt, aus Gärten und von Grundstücken Dinge verschwinden. Sie selbst habe dies auch schon erlebt, „darum haben wir im Mai eine Überwachungskamera installiert“, sagt Marina Weber. Dabei habe sie einen Bewohner der Landesunterkunft wiedererkannt: In drei aufeinander folgenden Nächten habe der junge Mann Abfalleimer und Schränke durchwühlt.

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Auch in einem angrenzenden Unterstand sei er gewesen, habe Werkzeug und Kleidung entwendet. „Ich habe das Material der Polizei übergeben, aber das Verfahren läuft noch, zumindest geht der Mann weiter durch den Ort“, sagt die 53-Jährige. Von einem Einzelfall will die Kommunalpolitikerin nicht sprechen: „Wir haben schon abends Flüchtlinge in unserem Strandkorb im Garten beim Biertrinken erwischt, mehrfach ist in unseren Carport gekackt worden.“

Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive in Boostedt

Wie Bürgermeister Hartmut König spricht auch sie von Problemen mit Flüchtlingen, die ohne Bleibeperspektive in Boostedt leben. „Diese neue Klientel nach der Flüchtlingswelle der wirklich Hilfesuchenden hat den Drang, sich im ganzen Ort aufzuhalten“, sagt Weber und berichtet: „Meine 14-jährige Tochter wurde zwei Mal belästigt. Aus Angst mag sie nicht mehr mit dem Zug fahren, ich muss sie jetzt immer aus Kaltenkirchen oder Bad Bramstedt per Auto abholen. Zwei andere Mädchen, bei denen sich die Mütter an mich wandten, wurden betatscht und angemacht.“

Marina Weber wird nach eigenen Worten auch immer wieder von Mitarbeitern der Landesunterkunft um Hilfe gebeten. Vor allem von Frauen, die in der Essensausgabe oder als Putzkraft tätig sind, höre sie regelmäßig Klagen. „Sie werden zum Teil übelst als Rassisten, Nazis, Schlampen beschimpft und bedroht. Mir haben Mitarbeiterinnen berichtet, dass ihnen von Flüchtlingen Essen ins Gesicht geworfen worden ist. Erst vor Kurzem gab es Tumulte, weil einigen Bewohnern eine Dose Thunfisch zum Abendessen nicht ausreichte“, sagt Weber.

Nicht alle Migranten pauschal verurteilen

Die Politikerin betont, dass man nicht alle Migranten pauschal verurteilen dürfe. „Die Flüchtlinge, die vor drei Jahren zu uns kamen, waren anders, für die hat man sich sehr gern eingesetzt. In Boostedt haben wir aber mittlerweile einen großen Anteil an Geduldeten, die wissen, sie haben in Deutschland keine Perspektive und somit auch teilweise nichts mehr zu verlieren.“ Das Problem sei, dass man dies nicht offen sagen dürfe: „Wenn man die Stimme erhebt, wird man von einigen in der Bevölkerung als Rassist oder Populist beschimpft – auch ich, dabei engagiere ich mich von Anbeginn der Flüchtlingskrise für Hilfesuchende, helfe zwei Familien bei Behördengängen, unterstütze Projekte in Hamburg.“

Die Gemeindevertreterin, die seit elf Jahren politisch aktiv ist, stellt Forderungen: „Boostedt kann erwarten, dass Innenminister Grote nicht nur seinen Staatssekretär Torsten Geerdts zu einem Gespräch schickt, sondern sich hier selbst zeigt und stellt.“ Viele Fragen seien ungeklärt. Eine für Weber entscheidende ist, „wo das Land mit den Geflüchteten hin will, wenn es sein Versprechen einlösen will, dass ab 2019 nicht mehr als 500 Migranten in Boostedt untergebracht werden sollen.“

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