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Politik Flüchtlingshelfer in der Warteschleife
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07:41 08.08.2016
Von Christian Hiersemenzel
DRK-Vorstand Torsten Geerdts: „Wir denken über alternative Beschäftigungskonzepte nach.“ Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel

Die Reserveliegenschaften Seeth und Lütjenburg stehen bereits leer. In Folge dessen hat allein das DRK die Anzahl seiner hauptamtlichen Flüchtlingshelfer von 350 im vergangenen Herbst auf aktuell 200 reduziert. Für den aktuellen Bedarf sind das noch immer zu viele.

 „Wir denken über alternative Beschäftigungskonzepte nach“, sagt der Chef des Landes-DRK, Torsten Geerdts. Noch in diesem Monat wolle man Land und Kommunen Vorschläge unterbreiten, wie es weitergehen kann. Solange die Zeitverträge der Flüchtlingshelfer gültig sind, kommt weiterhin das Land für ihre Entlohnung auf: Manche Arbeitsverträge laufen in diesem Herbst aus, andere erst 2019. Die Regierung hat ihre Vereinbarung mit den Betreuungsverbänden, zu denen neben dem DRK unter anderem auch die Johanniter und die Caritas gehören, meist vorausschauend mit der Laufzeit der jeweiligen Erstaufnahme verknüpft.

 Sozialpädagogen waren auf dem Arbeitsmarkt für den Einsatz als Flüchtlingshelfer laut Geerdts Ende 2015 nicht mehr zu finden und würden in diesem Bereich auch jetzt noch händeringend gesucht. Die Städte und Gemeinden könnten jedoch ebenso Mitarbeiter für Integrationsaufgaben einsetzen, die ursprünglich mal Handwerker oder Kaufleute waren. „Wer flexibel ist und sich in den Kommunen bewährt, dürfte dort Chancen auf einen dauerhaften Arbeitsplatz haben.“ Auf kommunaler Ebene reagiert man auf diese Aussage allerdings verhalten. „Ja, uns fehlen Dolmetscher und Behördenbegleiter, an manchen Stellen auch Hausmeister und Betreuer“, räumt Horst Striebich ein, Geschäftsführer der Vereinigung hauptamtlicher Bürgermeister und Landräte. Ansonsten aber habe man genügend Leute. Ähnlich bewertet es Jochen von Allwörden, Chef des Städteverbands. „Es ist doch nicht so, als hätten wir einfach herumgesessen und uns auf unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter verlassen. Überall, wo Bedarf herrschte, haben wir uns aufgestellt.“ Unterdessen sind Land und DRK auf eine zweite Flüchtlingswelle vorbereitet. „Es besteht grundsätzlich die Gefahr, dass das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei scheitert“, sagt Patrick Tiede, Sprecher im Kieler Innenministerium.

 Sollte es in der zweiten Jahreshälfte erneut zu einem Anstieg der Flüchtlingszahlen kommen, könne man kurzfristig bis zu 15000 Plätze in Erstaufnahmen reaktivieren. Für diesen Fall hätte auch das Landes-DRK ein paar tausend Schlafsäcke und ein paar 100 Feldbetten parat. Geerdts: „Unser Logistikzentrum in Schwentinental ist gut gefüllt.“

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