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Politik FFF kritisiert Merkels Untätigkeit beim Klimaschutz
Nachrichten Politik FFF kritisiert Merkels Untätigkeit beim Klimaschutz
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18:20 04.06.2019
Von Laura Treffenfeld
Der Mitorganisator der "Fridays For Future-Bewegung", Jakob Blasel aus Kronshagen, stellte am Dienstag die Forderungen der Bewegung für den Schutz des Klimas persönlich an die Bundeskanzlerin. Quelle: Michael Kappeler/dpa
Berlin

Auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Berlin hatte Jakob Blasel (18) aus Kronshagen zuvor für die Bewegung Fridays For Future (FFF) sprechen dürfen - und danach einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überreicht. Die Politikerin selbst war allerdings erst kurz nach seiner Ansprache im Raum.

In dem Schreiben, das den Kieler Nachrichten vorliegt, appelliert FFF an Angela Merkel, ihren Kurs zu ändern und ihr Wissen als Physikerin anzuwenden: "Der internationale Weltklimarat hat eindringlich gewarnt: Uns bleiben noch elf Jahre, um alle möglichen Handlungen zu ergreifen, bevor wir beim Klima irreversible Kipppunkte überschreiten und die planetaren Grenzen endgültig ausreizen", ist in dem Brief zu lesen. "Sie, als Physikerin, wissen das und können trotzdem nicht nachvollziehen, dass damit auch wir mit 65 Jahren noch auf einem grünen Planeten leben möchten?"

Im Brief an die Kanzlerin fordert die junge Generation eine starke Klimapolitik

In dem Brief gehen die FFF-Organisatoren auch auf die Ergebnisse der Europawahlen vom 26. Mai 2019 ein. "Bei den Europawahlen wurde deutlich: wir haben Klima zum Thema gemacht – die junge Generation will eine starke Klimapolitik sehen."

FFF-Bewegung fordert Kohleausstieg und CO2-Steuer

Die Kritik zum Umgang mit dem Klima in Deutschland gilt hierbei explizit der Bundeskanzlerin. "Wir fragen Sie als Verantwortliche dieser Regierung, als unsere Bundeskanzlerin: Warum gibt es noch immer keine CO2-Steuer? Warum gibt es noch immer keinen Kohleausstieg? Warum gibt es noch immer kein Klimaschutzgesetz?"

FFF-Organisatoren laden Angela Merkel zum Dialog nach Dortmund ein

Vom 31. Juli bis zum 4. August 2019, also mitten in den Sommeferien, planen die Fridays For Future Anhänger eine Versammlung in Dortmund mit rund 3.000 Aktivisten und Aktivistinnen, um dort gemeinsam zu lernen, zu planen und Visionen zu schaffen für eine klimagerechte und zukunftsfähige Welt. Zu dieser Veranstaltung samt Podiumsdiskussion ist Angela Merkel mit dem Brief nun direkt eingeladen worden.

"Wir wollen Ihnen die Möglichkeit bieten für einen gemeinsamen Diskurs zu den harten Fakten der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und deren Bedeutung für den politischen Kurs unseres Landes."

Jakob Blasel sagte nach dem Treffen KN-online: "Angela Merkel hat die Einladung angenommen und sich höflich bedankt." Eine Zusage gibt es allerdings noch nicht.

Den Brief im Wortlaut können Sie hier einsehen.

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