Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Politik Fridays for Future rufen auch Erwachsene zu bundesweiten Demos auf
Nachrichten Politik Fridays for Future rufen auch Erwachsene zu bundesweiten Demos auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:41 04.08.2019
Großdemonstration der Bewegung Fridays for Future anläßlich des Sommerkongress der Umweltaktivisten durch die Dortmunder Innenstadt. Quelle: imago images / Friedrich Stark
Dortmund

Vertreter der Fridays-for-Future-Bewegung haben zum Abschluss ihrer Tagung in Dortmund die Bevölkerung aufgerufen, sich am 20. September an Klimaschutz-Demonstrationen zu beteiligen. „Wir rufen alle Generationen auf, auf die Straße zu gehen, weil die junge Generation nicht alleine das Klima retten kann und sollte“, sagte Carla Reemtsma (21) vom Organisationsteam des Sommerkongresses am Sonntag.

Erwachsene und Jugendliche müssten mobilisiert werden, sagte Mitorganisator Jakob Blasel (18). „Weil wir alle brauchen, wenn wir Klimapolitik nachhaltig verändern wollen“, so Blasel weiter.

Am 20. September will das Klimakabinett der Bundesregierung ein Paket mit konkreten Klimaschutzmaßnahmen beschließen. „Wir werden an dem Tag streiken, um den Druck aufrechtzuerhalten, dass wir da vernünftige Maßnahmen brauchen“, sagte Reemtsma weiter. Man wolle dabei auch deutlich machen, dass die aktuellen Debatten insbesondere zum Thema CO2-Steuer „nicht ohne uns geführt werden können“.

1700 Menschen bei erstem bundesweiten Treffen

An dem ersten bundesweiten Treffen der Klimaschutz-Bewegung hatten nach Angaben der Veranstalter seit Mittwoch insgesamt rund 1700 Menschen teilgenommen. Rund 200 Workshops, Podiumsgespräche und Arbeitsgruppentreffen standen auf dem Programm.

Die Organisatoren zogen eine positive Bilanz des Treffens. „Wir haben aus meiner Sicht alle Ziele erreicht“, sagte Blasel. Größtes Ziel sei gewesen, motivierte Menschen zu haben, „die hier rausgehen und bereit sind für weitere Klimastreiks, die bereit sind, weiterhin Politik in Deutschland zu bewegen“. Er sei optimistisch für das nächste halbe Jahr.

Lesen Sie auch: Deutschlands größter Klimaschützer braucht Hilfe

Reemtsma sagte: „Wir haben ganz viel gute Erfahrungen ausgetauscht und uns sehr, sehr gut vernetzt. Wir gehen jetzt mit noch mehr Energie in den Herbst zum großen globalen Klimastreik.“ Blasel betonte die Forderungen der Bewegung: „Wir wollen den Kohleausstieg, wir brauchen eine CO2-Steuer, und es müssen alle fossilen Investitionen beendet werden.“

Auch Teilnehmer äußerten sich positiv über den Kongress: „Man kann megaviel mitnehmen an Inspiration und Motivation für die Arbeit zu Hause“, sagte Sophia Kutsch (18), die im westfälischen Borken Fridays-for-Future-Demos organisiert. Wieder daheim, wolle sie mit anderen Aktivisten überlegen, wie verstärkt auch Erwachsene angesprochen werden können.

Workshop mit Wirtschaftsweisen

Der Kongress fand in einer Parkanlage statt. Viele Teilnehmer übernachteten in Zelten. Die Workshops und Podiumsdiskussionen wurden in zwei benachbarten Schulen und Gebäuden auf dem Parkgelände abgehalten. Am Freitag hatten die Teilnehmer in der Dortmunder Innenstadt für besseren Klimaschutz demonstriert. Die Tagung endete am Sonntagmittag mit einem Auftritt des Autors und Kleinkünstlers Marc-Uwe Kling („Känguru-Chroniken“).

Weitere Kongresse sind laut Blasel noch nicht konkret geplant. In der Arbeitsgruppe, die den Kongress vorbereitet hat, sei die Stimmung aber optimistisch, „da vielleicht noch einen weiteren zu machen. Aber auf jeden Fall nicht in den nächsten drei Monaten“. Fridays for Future will sich nach Blasels Worten auch weiterhin auf Klimapolitik konzentrieren. „Es gibt genug andere Bewegungen, die sich anderen Themen widmen. Wir sind eine Bewegung, die den Konsens hat, für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels einzutreten. Dabei werden wir auch bleiben.“

Christoph Schmidt, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, unterhält sich mit Aktivisten der Friday-for-Future-Bewegung. Quelle: Helge Toben/dpa

Unter den Referenten war am Samstag auch der Chef der Wirtschaftsweisen, der Essener Wirtschaftswissenschaftler Prof. Christoph Schmidt vom RWI-Institut.Fridays for Future ist ein wichtiges Element, dass die Gesellschaft jetzt darauf aufmerksam geworden ist, dass es so nicht weitergehen kann“, würdigte der Forscher in einem WDR-Radiointerview die Bewegung. Nach einer Podiumsdiskussion diskutierte er noch lange mit Teilnehmern über Aspekte einer CO2-Besteuerung. „Ich bin sehr froh, dass ich hier war“, sagte er anschließend. „Wir brauchen den Diskurs der Generationen.“

Lesen Sie auch: Hamburger Skipper Boris Herrmann segelt mit Greta ins Abenteuer

Klimaaktivisten wollen auch in der kommenden Woche mobil machen. Zu einem Samstag in Pödelwitz bei Leipzig gestarteten Klimacamp werden bis zum 12. August rund 1000 Teilnehmer erwartet. Mehr als 100 Workshops und Diskussionen sind geplant. Das 700 Jahre alte Dorf Pödelwitz soll der Kohle weichen und von der Landkarte verschwinden. Dagegen regt sich seit langem Protest.

Lesen Sie auch: Ist Greta „zutiefst gestört“? Klimakämpferin kontert fiesen Kommentar

Von RND/cle/dpa

Die nächste Klimakonferenz der Vereinten Nationen findet in New York statt. Die bekannteste Umweltaktivistin der Welt darf da nicht fehlen. Aber fliegen will Greta nicht. Deshalb lässt sich die 16-Jährige über den Atlantik segeln. Ihr Gastgeber gewährt nun Einblicke in das Vorhaben.

04.08.2019

Bei den Einkommen der Arbeitnehmer ist Deutschland alles andere als einheitlich. Vor allem zwischen Ost und West sind die Unterschiede noch groß. Doch es hat sich auch etwas verändert.

04.08.2019

Ein muslimisches Zentrum in München gibt zweifelhafte Ratschläge im Umgang zwischen Mann und Frau und beruft sich dabei auf den Koran. Die Empörung darüber ist groß, die Staatsanwaltschaft sieht aber keinen Grund einzugreifen.

04.08.2019