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Politik G20-Prozess: Gericht senkt Strafe für Flaschenwerfer deutlich
Nachrichten Politik G20-Prozess: Gericht senkt Strafe für Flaschenwerfer deutlich
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19:59 21.01.2019
Autonome randalieren während des G20-Gipfels im Hamburger Schanzenviertel. Bei den Protesten gegen das Treffen der G20 war es zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Quelle: Markus Scholz/dpa
Hamburg

Wegen Flaschenwürfen auf Polizisten während des G20-Gipfels in Hamburg hat das Landgericht am Montag einen 23-Jährigen zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt. In erster Instanz hatte der Niederländer eine Strafe von zwei Jahren und sieben Monaten Haft ohne Bewährung bekommen. Das Urteil des Amtsgerichts vom 28. August 2017 war das erste im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim G20-Gipfel gewesen.

Das Landgericht sprach den 23-Jährigen erneut wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Widerstands schuldig. Nach Überzeugung der Strafkammer hatte er am späten Abend des 6. Juli 2017 bei Krawallen im Hamburger Schanzenviertel zwei Flaschen auf einen Polizeibeamten geworfen. Bei seiner Festnahme hatte er sich widersetzt.

Niederländer saß ein Jahr in U-Haft

Die Kammer berücksichtigte nach Angaben eines Gerichtssprechers, dass der Angeklagte etwa ein Jahr in Untersuchungshaft gesessen hatte. Zudem sei die Verletzung des von einer Flasche am Helm getroffenen Beamten nicht schwer gewesen. Auch habe der Angeklagte nicht besonders schweren Widerstand gegen seine Festnahme geleistet. Allerdings hatte er Handschuhe und eine Sturmhaube bei sich gehabt, was eine gewisse kriminelle Energie zeige.

Der Berufungsprozess hatte 38 Verhandlungstage gedauert. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr und neun Monate ohne Bewährung gefordert, die Verteidigung Freispruch.

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Von RND/dpa