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Politik Garg will Impfung zur Pflicht machen
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10:00 21.03.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Es gibt noch Impflücken: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (Bundesinstitut für Infektionskrankheiten) lag die Masern-Impfquote in Schleswig-Holstein bei den Schuleingangsuntersuchungen 2016 bei nur rund 94 Prozent. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Kiel

Im Gespräch mit KN-online forderte der Minister den Bund auf, zumindest eine Masern-Pflicht-Impfung vor der Aufnahme in eine Kita oder Schule zu prüfen. „Ich befürworte eine allgemeine Impfpflicht ausdrücklich“, sagt Garg. „Mit einer Impfung schützt man nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen und insbesondere diejenigen, die nicht geimpft werden können.“ Solche generellen Zwangsimpfungen gelten auch wegen des Grundgesetzes (Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit) als rechtlich heikel. Garg schlägt deshalb eine laut Bundes-Infektionsschutzgesetz mögliche Ausnahmeregelung für Masern vor. „Aufgrund der Gefährlichkeit dieser Krankheit muss geprüft werden, ob die Masernimpfung als verpflichtende Impfung für die Aufnahme in Gemeinschaftseinrichtungen eingeführt werden kann.“ Zu solchen Einrichtungen zählen neben Kitas und Schulen auch Heime oder Ferienlager.

Folge von Masern kann Gehirnhautentzündung sein

Rückendeckung bekommt der Minister vom Leiter des Kieler Uni-Instituts für Infektionsmedizin, Prof. Helmut Fickenscher. „Masern sind hochansteckend.“ Folge könne eine Gehirnentzündung sein. In einem von 1000 Fällen sterbe der Patient. „Im Moment ist die Lage in Schleswig-Holstein zwar entspannt“, ergänzt der Professor mit Blick auf einzelne Masernfälle in den vergangenen Jahren. „Die Masern können aber jederzeit zu einem großen Problem werden.“ Als Beispiel nannte er den Masern-Fall in einer Trappenkamper Schule. Nach der Erkrankung eines Schülers durften nur durchgeimpfte Lehrer und Schüler in das Gebäude.

Impflücken in Deutschand

Fickenscher wies zudem auf Impflücken in Deutschland hin. Demnach müssten mindestens 98 Prozent der Kinder und Jugendlichen gegen Masern geimpft sein, um den Ausbruch einer Epidemie zu verhindern. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (Bundesinstitut für Infektionskrankheiten) lag die Masern-Impfquote in Schleswig-Holstein bei den Schuleingangsuntersuchungen 2016 bei nur rund 94 Prozent. Spitzenreiter sind die ostdeutschen Länder (bis zu 96 Prozent). In der DDR galt jahrzehntelang eine Impfpflicht.

Zwangsimpfung diskutiert auch der Bund

Die Debatte über Zwangsimpfungen wird auch auf Bundesebene geführt. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte jüngst eine Impfpflicht gegen Masern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Impfen populärer machen und so die Quote erhöhen. Aber, so eine Sprecherin: „Steigt die Impfquote nicht, müssen wir über andere Schritte nachdenken.“

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