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Politik Albrecht bereitet sich auf Nachfolge vor
Nachrichten Politik Albrecht bereitet sich auf Nachfolge vor
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08:00 15.08.2018
Von Christian Hiersemenzel
Der künftige Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) vor dem Wochenmarkt auf dem Blücherplatz: "Schleswig-Holstein kann ein Zukunftslabor sein." Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung hat sich der künftige Chef bislang nicht blicken lassen. Noch habe dort Habeck das Sagen, er wolle nichts vermischen. Allerdings gab man ihm bereits Hinweise, in welche Fachgebiete er sich einlesen möge. In die Agrarwende zum Beispiel. Schnell kommt Albrecht auch hier auf sein Lieblingsthema zu sprechen, die Digitalisierung. Konzerne wie Bayer-Monsanto rollten mit ihren „Friss-Vogel-oder-stirb-Geschäftsbedingungen“ die Verantwortung auf die Landwirte ab. Die Bauern bräuchten im Verhältnis zu den großen Technologiekonzernen mehr Schutz und mehr Rechte, findet Albrecht. „Sonst werden sie nicht mehr in der Lage sein, selbst zu entscheiden, was diese Technik, die sie einsetzen, macht und wohin ihre Daten gehen und wer daraus die Wertschöpfung erhält.“

"Der Norden braucht einen Impuls der Hoffnung"

Künstliche Intelligenz ist noch so ein Lieblingsthema. „Die Zeit ist vorbei, darüber nur theoretisch zu reden. Die Automatisierung passiert jetzt“, sagt er. „Wir brauchen mehr als nur eine technologische, sondern auch eine gesellschaftliche Debatte darüber, welche Automatisierung wir wollen.“ Das Zukunftslabor, das die Jamaika-Koalition aus der Taufe gehoben hat, sei der richtige Ansatz. „Wir gucken in diese Zeit so hoffnungslos. Dabei haben wir in Schleswig-Holstein mit der Energiewende und den vielen technologieaffinen Leuten und Start-ups beste Voraussetzungen, ein riesiges Zukunftslabor zu sein.“ Der Norden brauche einen „Impuls der Hoffnung“.