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Politik Hackerangriff auf Bayer: Von wegen China
Nachrichten Politik Hackerangriff auf Bayer: Von wegen China
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14:05 04.04.2019
Der Chemie-Riese Bayer ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Quelle: Oliver Berg/dpa
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Berlin

Klar ist, dass fast nichts klar ist. Sicher: Eine Hackerbande namens „Winnti“ treibt seit über zehn Jahren ihr Unwesen. Der Angriff auf den Dax-Konzern ThyssenKrupp 2016 soll ebenso auf ihr Konto gehen wie diverse Cyberattacken auf mittelständische deutsche Unternehmen aus dem Chemie-, Maschinen- und Anlagenbauund jetzt auf den Pharma-Riesen Bayer.

Doch spätestens dann wird es nebulös. „Winnti“, eine seinerzeit von Kaspersky Lab enttarnte, hochprofessionelle Gruppe von Hackern, soll von Südostasien aus operieren. Vermutlich hat sie ihren Ursprung in China. Aber was beweist das schon?

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„Winnti“ muss nicht aus China kommen

Ihre Schadstoffsoftware kann mittlerweile von jedem halbwegs begabten IT-Nerd von jedem x-beliebigen Ort der Welt aus eingesetzt werden. Und damit wird es fast unmöglich, die genaue Herkunft eines Angriffs zu lokalisieren. Vorsicht also bei eiligen Schuldzuweisungen in Richtung Peking, nur weil es en vogue ist, Wirtschaftsspionage mit dem Reich der Mitte zu verbinden.

Vor Jahren noch war die Bande darauf spezialisiert, in Netzwerke für Onlinespiele einzudringen und dort etwa Spielgeld und digitale Zertifikate abzugreifen. Das deutet eher auf organisierte Kriminalität als auf staatlich angeordnetes Cyberschnorcheln hin.

Konzerne sind oft unzureichend vor Cyberattacken geschützt

„Winnti“ beweist etwas anderes: Jedes Unternehmen muss jederzeit mit einem Cyberangriff rechnen und sich ausreichend davor schützen – koste es, was es wolle. Das allerdings passiert viel zu selten. Selbst Großkonzerne laden fahrlässig dazu ein, von Hackern ausgeforscht zu werden – ein lukratives globales Geschäft für Kriminelle jeder Provenienz. Und eine weitere Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Wer seinen wertvollsten Rohstoff – Patente, Ideen, Baupläne – nicht ausreichend vor fremden Blicken schützt, wird schon in Kürze bedeutungslos werden.

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Von Jörg Köpke/RND