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19:00 27.05.2014
Von Patrick Tiede
Aus Sicht von IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater ist Schleswig-Holstein für die Austragung sämtlicher Küstensportarten hervorragend geeignet. Quelle: sp
Kiel

„Die IHK zu Kiel begrüßt eine Bewerbung Hamburgs und Schleswig-Holsteins für die Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028 ausdrücklich“, sagte IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater gestern. Aus seiner Sicht sei das nördlichste Bundesland für die Austragung sämtlicher Küstensportarten wie Segeln, Rudern, Beachvolleyball oder Surfen hervorragend geeignet. Die Wirtschaft im Norden stehe jederzeit für konkrete Gespräche zur Mitarbeit an der Bewerbung bereit.

 Die IHK schaltet sich damit in die Debatte um einen neuen Anlauf für eine deutsche Olympiabewerbung ein. Derzeit gelten Berlin und Hamburg als Kandidaten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für dessen Olympiakampagne. Eine Entscheidung über die Kandidatur soll im Spätherbst getroffen werden.

 In der Hansestadt hat die Bürgerschaft inzwischen den SPD-Senat aufgefordert, eine „ergebnisoffene Studie“ zu erstellen. Darin sollen Chancen und Risiken einer Bewerbung dargestellt werden. Voraussetzung für eine Bewerbung sei zudem eine Art Referendum der Bürger zum Großereignis.

 Für die Austragung der Segelwettbewerbe gemeinsam mit Hamburg gibt es bereits mehrere Kandidaten. In Rostock hat Oberbürgermeister Roland Methling der Verwaltung einen Prüfauftrag erteilt. Zuletzt signalisierte auch Kopenhagen seine Bereitschaft, die Wettbewerbe auszutragen. Für diese länderübergreifende Veranstaltung müsste allerdings die Satzung des Internationalen Olympischen Komitees geändert werden.

 Unterstützung für eine Initiative Kiels oder Lübecks kommt aus der Politik. „Wenn Hamburg will, zieht Schleswig-Holstein mit“, sagte Innenminister Andreas Breitner (SPD). Mit Kiel und Lübeck stünden zwei sehr gut geeignete Standorte für die Segel- und Surfwettkämpfe zur Verfügung. Auch der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer würde sich freuen, wenn Hamburg den ersten Schritt hin zu Olympia macht: „Kiel hätte die notwendige Infrastruktur und die passenden Wettkampfbedingungen, um als Olympiapartner eine sehr gute Rolle zu spielen.“ Die Initiative der IHK sei ein Schritt zur rechten Zeit, um eine noch tiefere politische Debatte anzustoßen.

 Für Ulrich W. Ellerbeck, den Vorsitzenden des Kieler Yacht-Clubs (KYC), ist klar, dass im Fall der Fälle auf der Kieler Förde gesegelt werden sollte. Der Standort habe bereits unter Beweis gestellt, dass das Geld für Olympia gut angelegt sei: „Wir haben hier eine nachhaltige Nutzung im Breiten- und Leistungssport.“ Auch IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater mahnte, den Gigantismus der vergangenen Jahre einzudämmen: „Es ist der richtige Weg, die Olympischen Spiele zu modernisieren.“ pti