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Politik Iran kündigt stärkere Anreicherung von Uran an
Nachrichten Politik Iran kündigt stärkere Anreicherung von Uran an
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12:48 17.06.2019
Irans Präsident Hassan Ruhani. Quelle: imago images / photothek
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Teheran

Der Iran will sich nicht mehr an zentrale Auflagen aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen halten. Teheran werde Uran künftig wieder so hoch anreichern, wie es der Bedarf des Landes erfordere, sagte der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde, Behrus Kamalwandi, am Montag.

Dieser liege bei 20 Prozent. Zudem werde man binnen zehn Tagen den vereinbarten Grenzwert für Uranvorräte überschreiten.

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Kamalwandi äußerte sich in einer live im iranischen Staatsfernsehen übertragenen Pressekonferenz am Schwerwasserreaktor in Arak.

Iran stellt Vertragspartnern Ultimatum

Hintergrund der Drohung ist der Konflikt um das Wiener Atomabkommen von 2015. Die USA waren Anfang Mai 2018 einseitig ausgestiegen. Sie wollen den Iran mit harten Sanktionen gegen den Öl- und Bankensektor zwingen, das Abkommen neu auszuhandeln und schärferen Bestimmungen zuzustimmen. Der Iran lehnt das bislang ab.

Im Gegenzug hat Irans Präsident Hassan Ruhani den verbliebenen Vertragspartnern – China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland – ein Ultimatum bis zum 7. Juli gestellt. Sie sollen bis dahin das Atomabkommen vertragsgerecht umsetzen.

Sollte es bis Juli keine Lösung geben, will der Iran wieder eine unbegrenzte Urananreicherung aufnehmen. Das wäre nach Meinung von Beobachtern das Ende des Wiener Abkommens, weil die begrenzte Urananreicherung der Kern des Deals war, um ein iranisches Atomwaffenprogramm zu verhindern.

USA sind aus Atomabkommen ausgestiegen

US-Präsident Donald Trump war bereits vor einem Jahr einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen, das die Regierung seines Vorgängers Barack Obama gemeinsam mit den übrigen UN-Vetomächten und Deutschland mit dem Iran ausgehandelt hatte.

Zuletzt waren die Spannungen zwischen dem Iran und den USA wegen mutmaßlicher iranischer Angriffe auf Öltanker im Golf von Oman weiter gestiegen.

Lesen Sie auch: Wie sich die Bundesregierung um das Atomabkommen bemüht hat

Von RND/AP/ngo

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