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Politik FDP-Mann Richert greift Heinold an
Nachrichten Politik FDP-Mann Richert greift Heinold an
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18:52 24.04.2018
Von Christian Hiersemenzel
Kay Richert (FDP) legt sich mit Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) an. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Richert postete von sich ein Selfie, auf dem er bitterernst in die Kamera schaut. Er habe Einsicht in die Verkaufsunterlagen genommen. „Die Folgekosten werden uns noch jahrelang belasten. Vielen Dank, liebe rot-grüne Landesregierung Simonis III von 2003 – auch im Namen meiner Kinder, die werden dafür auch noch bluten müssen. Die damalige Abgeordnete Monika Heinold ist heute Finanzministerin.“

FDP-Stimmung nach jüngster Umfrage gereizt

Ein Frontalangriff auf Heinold? Bislang hatte man sich in Jamaika-Koalitionskreisen auf eine gemeinsame Sprachregelung geeinigt: Alle Parteien hätten in der langen Geschichte der HSH Fehler gemacht, und dazu stehe man auch. Seit der NDR am 20. April allerdings eine Umfrage von Infratest dimap veröffentlichte, wonach CDU und Grüne in den Beliebtheitswerten zulegten und nach heutigem Stand auch ohne die FDP eine regierungsfähige Mehrheit hätten, während die Liberalen um 3,5 Punkte auf acht Prozent abrutschten, liegen manche Nerven bereits blank.

Richert erklärt seinen Post

Richert versuchte am Nachmittag, seinem Post nachträglich die Schärfe zu nehmen. "Puh, anscheinend wird mein Post als Angriff auf @Monika Heinold gewertet – kann man auch so lesen, ist aber anders gemeint: Sie räumt als Ministerin heute die Folgen dieses sehr schweren Regierungsfehlers von 2003 auf", schrieb er. Dann wandte er sich direkt an die Ministerin. „Frau Heinold, bitte fühlen Sie sich nicht attackiert." Persönliche Angriffe seien nicht seine Art. „Schon gar nicht aufgrund von 15 Jahre alten Abstimmungen.“

Die Grünen reagierten hinter den Kulissen verärgert. Dass ein FDP-Mann ausgerechnet Heinold ins Visier nehme, die die Bank eben gerade abgewickelt habe, komme in der Partei "extrem schlecht" an. Zumal die FDP an der Misere mitbeteiligt gewesen sei.