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Politik Juso-Chef wollte mit seinem Outing Jugendlichen Mut machen
Nachrichten Politik Juso-Chef wollte mit seinem Outing Jugendlichen Mut machen
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11:56 18.01.2019
Juso-Chef Kevin Kühnert empfiehlt Politikern Präsenz im Internet. Quelle: Andreas Arnold/dpa
Berlin

Das vergangene Jahr war ein bisschen ein Kevin-Kühnert-Jahr. Der Juso-Chef kämpfte gegen das Eintreten der SPD in die große Koalition. Er verlor den Kampf knapp, gewann aber an Bekanntheit: Das US-amerikanische Magazin „Time“ wählte ihn zu einem der zehn Anführer der neuen Generation. Ist Kühnert ein kommender Kanzler? „Ich will definitiv nicht Kanzler werden“, sagt er dem Magazin „Neon“. Verantwortung in der SPD wolle er aber schon übernehmen: „Man kann nicht zwei Jahre den Chef-Kritiker spielen und sich dann nicht die Finger schmutzig machen wollen.“

Soziale Medien und die Bekanntgabe auch privater Details gehören für Kühnert zu seiner Rolle. Politiker müssten damit leben, öffentliche Personen zu sein. „Man lernt einfach mit der Zeit, dass man sich nicht hinter einer Schattenwand bewegen kann, wenn man Politik macht und in der Öffentlichkeit steht. Die Leute wollen wissen: Wer ist der Typ, was macht er so und wie ist er zu dem geworden, der er ist?“

Kühnert hatte Wowereit als prominentes Vorbild

Seine Position als Juso-Vorsitzender könne er dazu nutzen, „Themen einen Raum zu geben und Leuten zu Mut machen“. Deswegen habe er sich entschieden, seine Homosexualität öffentlich zu machen. „Ich belästige niemanden mit meiner Sexualität und werde sie auch in keiner TV-Sendung breitreten“, sagte Kühnert. „Aber es ist legitim zu zeigen, dass wir zur Gesellschaft dazugehören und auch politische Forderungen haben. Es herrscht eben noch keine Gleichstellung.“

Die Selbstmordrate unter schwulen und lesbischen Jugendlichen sei immer noch überdurchschnittlich. Wenn es prominente Vorbilder gebe, könne das helfen. „Ich selber weiß, dass es eine Initialzündung braucht. Bei mir war es Klaus Wowereit, der damalige Bürgermeister von Berlin, der sich als homosexuell geoutet hat.“ Wowereit sei bei Jugendlichen allerdings nicht mehr bekannt.

Anfragen für Kochshows lehnt Kühnert ab

Präsenz im Internet sei für einen Politiker zentral, befand Kühnert. Er verstehe zwar die Entscheidung von Grünen-Chef Robert Habeck, der nach einem Daten-Leak sein Twitterkonto abgemeldet hatte. Dass man nach einer solchen Erfahrung, seine Art der digitalen Kommunikation verändere, sei nachvollziehbar.

Statt über Habeck solle man eher Politiker betrachten, die seit vielen Jahren gar nicht im Internet präsent seien. „Sie machen ihre Bürgersprechstunden in ihrem Wahlkreis, haben aber nicht verstanden, dass im Netz 24/7 Bürgersprechstunde ist und dass es kein Ausdruck von besonderer Nähe oder Authentizität ist, dort nicht stattzufinden. Die gehören für mich mehr kritisiert, als jemand, der sich in einer Drucksituation zurückzieht.“

Für seine eigene Medienpräsenz gebe es Grenzen. Anfragen für Kochshows etwa lehne er ab. „Dort kann ich keine politische Botschaft mehr setzen. Wenn es darum geht, ob Kühnert gefüllte Paprika kochen kann, rutscht das Ganze in die Boulevard-Ecke ab.“

Von RND

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