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Politik Prien: Kein dreigliedriges Schulsystem
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07:24 07.01.2018
Im Februar 2018 beginnen die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen in Schleswig-Holstein. Quelle: Armin Weigel/dpa
Kiel

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien hält nichts vom Gegeneinanderausspielen von Gymnasien und Gemeinschaftsschulen (GMS). „Das gehört in die ideologische Mottenkiste, über dieses Stadium sind wir Gott sei Dank längst hinweg“, sagte die CDU-Politikerin. Die Rückkehr vom G8-Turbo-Abitur an den Gymnasien zu G9 wie an den Gemeinschaftsschulen wird nach ihrer Einschätzung nicht die Anmeldezahlen an den GMS einbrechen lassen. „Ich befürchte keinen Erdrutsch, geringfügige Auswirkungen im ersten Jahr kann man aber nicht ausschließen.“

In Schleswig-Holstein sollen sich die weiterführenden Schulen bis zum 23. Februar 2018 auf Informationsabenden den Eltern vorstellen. Bis dahin können Gymnasien, die am G8-Abi festhalten wollen, dies mit der dafür notwendigen Dreiviertelmehrheit beschließen, wie eine Ministeriumssprecherin erläuterte. Anderenfalls wird offiziell zum Schuljahr 2019/20 das G9 an den Gymnasien eingeführt. Das G9-Abi gilt dann für alle 5. und 6. Klassen, so dass es bereits die Anmeldungen fürs Schuljahr 2018/19 betrifft. Die Anmeldefrist für die weiterführenden Schulen läuft vom 26. Februar bis 7. März 2018.

84 von 99 Gymnasien bieten Turbo-Abi an

Derzeit bieten 84 von 99 Gymnasien das Turbo-Abi nach acht Jahren an. Die Jamaika-Koalition von CDU, Grünen und FDP hat die Umstellung auf G9 im Dezember im Landtag beschlossen.

Entscheidende Bedeutung für die Schulwahl wird nach Einschätzung Priens für viele Eltern die Einführung einer schriftlichen (nicht verbindlichen) Schulartempfehlung bereits in diesem Jahr haben. „Wir wissen aus der Vergangenheit, dass die Schulartempfehlung eine größere Steuerungswirkung hatte als der Aspekt, wie lange der Schulgang aufs Gymnasium dauert. Und das neue G9 wird eben nicht „leichter“ sein als das G8, darauf werden sich die Eltern einstellen.“

Prien spricht von ausbalanciertem Schulsystem

Sowohl Gymnasien als auch GMS haben nach Ansicht der Ministerin ihre Berechtigung. „Wir sind hier in einem gut ausbalancierten System. Beide Schularten haben unterschiedliche Bildungsaufträge. Es wäre ein kapitaler Fehler, die GMS schlecht zu reden. Ich persönlich bin ein großer Fan von GMS und halte sie für eine zeitgemäße Antwort auf die Heterogenität der heutigen Schülerschaft.“ Die Schulstruktur in Schleswig-Holstein sei gut aufgestellt mit dem Zwei-Säulen-System von Gymnasien und GMS, wobei die beruflichen Gymnasien als weitere Säule eine sehr wichtige Rolle spielten.

„Grundsätzlichen strukturellen Reformbedarf sehe ich für diese Legislaturperiode nicht“, unterstrich Prien. „Eine Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem kann ich mir generell unter einer CDU-geführten Landesregierung nicht vorstellen.“

Dass die Gymnasien mit mehr Stellen durch die neue Landesregierung bevorzugt würden, bestritt Prien energisch. Die vor zehn Jahren in Schleswig-Holstein eingeführten GMS hätten erhebliche Ressourcen in der Einführungsphase erhalten. Darüber hinaus hätten die GMS durchaus zu Recht eine bessere Kontingentstundentafel, also mehr Stunden in den Klassen 5 bis 10 - die GMS 188 Wochenstunden und die Gymnasien nur 178 Wochenstunden. Hinzu kämen an den GMS zusätzlich 33 Differenzierungsstunden. „Die GMS sind also deutlich besser ausgestattet als die Gymnasien im Land, weil sie eben auch eine viel heterogenere Schülerschaft haben und dadurch andere Herausforderungen schultern müssen - das ist richtig so.“

Von dpa

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