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Politik Kein Konsens bei der Lehrerausbildung
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18:57 12.12.2012
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Derzeit können sich Studenten an den Universitäten Kiel und Flensburg zum Lehrer ausbilden lassen. Quelle: fpr (Archiv)
Kiel

Die Schulpolitik hat am Mittwoch erneut den Landtag in Kiel entzweit. Keine Gegenliebe in der Koalition und bei den Piraten fand die CDU mit dem Antrag, an der schulartbezogenen Ausbildung festzuhalten, folglich auch an einem eigenen Gymnasiallehreramt. Der von der FDP mitgetragene Vorstoß richtete sich gegen Reformpläne von Wissenschaftsministerin Waltraud Wende (parteilos). Sie will alle Lehrer für das 5. bis 13. Schuljahr, ob für das Gymnasium oder für Gemeinschaftsschulen, in einem gemeinsamen Studiengang ausbilden lassen, und das in Kiel und in Flensburg.

Da in der Grenzstadt aber voraussichtlich nicht alle Fächerkombinationen möglich sein werden, befürchten Kritiker einen Aderlass in Flensburg und eine Abwanderung vieler Studenten nach Kiel. Sie verfolge eine Lösung, die keinen Standort als Verlierer dastehen lassen wird, betonte Ministerin Wende.

Umstritten zwischen Koalitions- und Oppositionslager blieb erneut die Frage, in welchem Umfang es an Gymnasien weiter das Abitur nach neun Jahren geben soll. Die Regierungskoalition respektiere den Elternwillen, sagte die Ministerin. Die Eltern könnten zwischen starken Gymnasien und starken Gemeinschaftsschulen entscheiden.

Die Ministerin habe bei der Lehrerausbildung viel Vertrauen verspielt und besonders in Flensburg Misstrauen gesät, sagte der CDU-Hochschulpolitiker Daniel Günther. Wende war vor ihrem Wechsel in die Regierung Präsidentin der Uni Flensburg. Ein „Einheitslehrer“ für Gymnasien und Gemeinschaftsschulen sei falsch, sagte Günther. Wenn es weiter Gymnasien geben solle, müsse es auch weiter für sie ausgebildete Lehrer geben.

Auch FDP-Fraktionsvize Christopher Vogt kritisierte den Kurs der Ministerin in der Lehrerausbildung. Diese müsse sich an den bestehenden Schulformen orientieren. Die Regierung behandle die Gymnasien schlecht und sorge für große Unruhe an den Schulen.

Es gebe keine zwei unterschiedlichen Sorten Mensch und deshalb müsse es auch keine unterschiedlichen Sorten Lehrer geben, sagte der SPD-Bildungsexperte Martin Habersaat. Ziel sei es, möglichst viele Schüler zum Abitur zu bringen und alle Schüler bestmöglich zu fördern.

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