Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Politik Hunderte erinnern an die Opfer des Kölner Nagelbombenanschlags
Nachrichten Politik Hunderte erinnern an die Opfer des Kölner Nagelbombenanschlags
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:16 09.06.2019
Teilnehmer einer Schweigeminute erinnern mit Plakaten auf der Kölner Keupstrasse am 15. Jahrestag an den NSU-Nagelbombenanschlag, bei dem dort 22 Menschen verletzt wurden. Quelle: Roberto Pfeil/dpa
Köln

Mit einer Gedenkminute haben am Sonntag mehrere Hundert Menschen in der Kölner Keupstraße des Nagelbombenanschlags der Neonazi-Terrorzelle NSU vor 15 Jahren gedacht. Während der Schweigeminute wurden 15 weiße Tauben als Friedenssymbol aus einem Käfig frei gelassen und stiegen in den Himmel auf.

Der Inhaber eines Cafés erinnerte an die Tat am 9. Juni 2004. „Es floss Blut aus meinen Ohren“, sagte er. „Erst dachten wir an eine Gasexplosion, aber dann sahen wir die Nägel.“ 22 Menschen wurden verletzt, vier davon schwer.

Die Polizei ging nach dem Anschlag von einer Abrechnung im kriminellen türkischen Milieu aus. In Richtung Rechtsextremismus wurde nicht ermittelt. Erst sieben Jahre später wurde deutlich, dass der NSU für die Tat verantwortlich war.

Drohbriefe

Kurz vor dem 15. Jahrestag des Anschlags waren am 3. Juni in der Nachbarschaft der Keupstraße Flugblätter mit Hakenkreuzen und Gewaltaufrufen gegen Muslime in Briefkästen eingeworfen worden. Die Täter seien noch nicht gefasst, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) bezeichnete die Drohbriefe als „widerwärtige Aktion“ und als das „abscheuliche Gedankengut rechtsextremer Spinner“.

Die türkisch-islamische Organisation Ditib sieht die Flugblätter als Ausdruck einer „ständig wachsende(n) Bedrohungslage auch im öffentlichen Raum“. Die Muslime in Deutschland seien besorgt und fragten sich, ob diese Bedrohung wirklich ernst genommen werde. Die Haltung der deutschen Politik und Gesellschaft sei geprägt von „Anteilslosigkeit“.

Bei einer Diskussionsveranstaltung im Schauspielhaus in Köln-Mülheim zeigte sich am Sonntag, dass viele Anwohner mit der Aufarbeitung der NSU-Verbrechen unzufrieden sind. So beklagte sich ein Mann, der bei dem Anschlag verletzt worden war, darüber, dass seine Stimme nicht gehört werde und niemanden interessiere.

Enttäuschung besteht auch darüber, dass ein seit langem geplantes Mahnmal des Berliner Künstlers Ulf Aminde noch immer nicht realisiert worden ist. Geschäftsleute und Anwohner aus der türkisch geprägten Keupstraße wünschen es sich auf einem Grundstück nahe des Anschlagsorts. Das Problem ist, dass dieses Grundstück nicht der Stadt gehört, sondern von einem privaten Investor entwickelt wird.

Von RND/dpa

Wegwerfbecher wohin man schaut. Fast drei Milliarden davon benutzen alleine die Deutschen jedes Jahr. Damit soll Schluss sein. Anton Hofreiter von den Grünen will ein Pfandsystem.

09.06.2019

Kein Zufall, sondern eine politische Botschaft – so bewertet Grünen-Politiker Cem Özdemir den Auftritt des türkischen Präsidenten Erdogan als Trauzeuge Mesut Özil. Der Ex-Fußball-Nationalspieler mache Werbung für einen Diktator, der selbst vor Schlafzimmern nicht zurück scheue.

09.06.2019

Das umstrittene Video von Agrarministerin Julia Klöckner könne keine Werbung sein, weil keine Nestlé-Produkte zu sehen seien. So sagt es CDU-Ernährungsexperte Alois Gerig. In dem Video tritt allerdings der Nestlé-Chef auf.

09.06.2019