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15:59 06.12.2017
Schüler sitzen im Unterricht: Mit zusätzlichen Stellen wollen CDU, Grüne und FDP den Gymnasien die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren erleichtern Quelle: Peter Steffen
Kiel

Mit mehr Lehrerstellen wollen CDU, Grüne und FDP den Gymnasien die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren erleichtern und mehr Unterricht ermöglichen. Ziel bleibe eine flächendeckende Rückkehr der Gymnasien zu G9, sagte der CDU-Bildungspolitiker Tobias Loose am Mittwoch bei der Vorstellung eines neuen Bildungspakets der Jamaika-Koalition. CDU, Grüne und FDP wollen mit einem Bildungsbonus ab 2019 aber auch Grund- und Gemeinschaftsschulen im Land stärken. Die Gesamtkosten für den Haushalt liegen bis einschließlich 2022 bei insgesamt gut 43 Millionen Euro.

Die drei Parteien hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag im Frühsommer auf eine Abkehr vom sogenannten Turbo-Abitur verständigt. Derzeit bieten dieses 84 der insgesamt 99 Gymnasien im Land an. An elf Gymnasien gibt es bereits G9, an vier Schulen sowohl G8 als auch G9. In der kommenden Woche berät der Landtag in erster Lesung die Schulreform der Jamaika-Koalition. Gymnasien dürfen ab dem Schuljahr 2019/2020 nur dann weiterhin das Turboabitur anbieten, wenn sich die Schulkonferenz mit mindestens 75 Prozent dafür ausspricht.

Um die Schulreform besser managen zu können, sollen die Gymnasien ab 2019 befristet auf zwei Jahre jeweils eine halbe Stelle zusätzlich erhalten sowie für vier weitere Jahre jeweils eine Viertelstelle. „Mit der Rückkehr zu G9 müssen die Schulen das schulinterne Curriculum für die jeweils betroffenen Jahrgangsstufen überarbeiten, es gibt zusätzliche Abstimmungsprozesse zwischen Schulleitung, Stufenleitungen und den Lehrkräften“, sagte die FDP-Bildungspolitikerin Anita Klahn.

Ganztagsangebote an Gymnasien will die Koalition ab dem Schuljahr 2019/2020 mit 50 zusätzlichen Lehrerstellen unterstützen. Die Schüler sollen ab diesem Zeitpunkt in den Klassen fünf bis sieben jeweils eine Extra-Stunde Unterricht erhalten. „Unser Bildungspaket stärkt die Einführung von G9 von Anfang an“, sagte CDU-Mann Loose.

Vor allem Grundschulen und Gemeinschaftsschulen soll ein sogenannter Bildungsbonus ab 2019 helfen. Er startet zunächst mit zwei Millionen Euro und wächst bis 2022 auf dann zehn Millionen Euro jährlich an. Profitieren könnten insbesondere Schulen an sozialen Brennpunkten. „Die Mittel dienen dazu, Grundschulen und weiterführende Schulen in der Sekundarstufe I an prekären Standorten personell besser auszustatten“, sagte die Grünen-Bildungspolitikerin Ines Strehlau.

Verständigt haben sich die drei Koalitionsfraktionen auch auf den Startpunkt der zweiten Fremdsprache an Gymnasien. Der erfolgt in der 7. Klasse. „Die Schüler sollen nicht an zwei aufeinander folgenden Jahren mit Fremdsprachen beginnen“, sagte Loose.

Noch unklar ist, wer mögliche Kosten der Schulreform in den Kommunen trägt. Darüber will die Koalition im Januar in einem Spitzengespräch mit den kommunalen Spitzenverbänden sprechen.

Der SPD-Bildungspolitiker Kai Vogel warf der Koalition deshalb „Planlosigkeit“ vor. „Die Umstellung auf G9 läuft Gefahr für die Gymnasien zu einem Desaster zu werden.“ Die drei Fraktionen hätten sich noch keine Gedanken darüber gemacht hat, „was die per Gesetz verordnete Rückkehr zu G9 an Belastungen für die Schulträger bedeutet“. Sechs Monate nach dem Start sei die Koalition nicht in der Lage, Antworten auf grundsätzliche Fragen zu geben: „Hat das CDU-geführte Bildungsministerium tatsächlich noch keine Bilanz gezogen, wie hoch die Gesamtrechnung sein wird, die die Schulträger wegen der Konnexität an das Land weiterreichen?“

Von dpa

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