Marnette will energiepolitischen Dreiklang: sichere Versorgung, wettbewerbsfähige Preise, Schutz des Klimas - Kohle, Windkraft, Kernenergie – KN - Kieler Nachrichten
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17:51 11.02.2009
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Husum

Ziel müsse ein Neben- und Miteinander aller wichtigen Energieträger sein, wobei jeder einzelne seinen Stärken entsprechend gefragt sein wird. Das machte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen gestern in Husum deutlich. Im Rahmen dieses Energiemixes verstehe Schleswig-Holstein die Windenergie als „Leitenergie“, so der Politiker gestern auf einer Informationsveranstaltung der „Agentur für Erneuerbare Energien“ im Husumer Werk der REpower Systems AG (Hamburg).

Nach den Worten des Repower-Vorstandsvorsitzenden Per Hornung Pedersen sind die technologischen Möglichkeiten der Windenergie noch bei weitem nicht ausgereizt. Während bei den landgebundenen Anlagen angesichts der knapp werdenden Aufstellflächen das „Repowering“, also die leistungsmäßige Aufrüstung vorhandener Rotoren in den Vordergrund tritt, habe die Branche auf See noch weitgehend „Neuland“ vor sich. Dabei zeigte er sich zuversichtlich, dass auch die geplanten Offshore-Windparks technisch ausgereift seien und damit profitabel sein werden.

Dass die in großer Zahl auf dem Reißbrett fertigen Projekte bei der Umsetzung stocken, hat gleichwohl auch finanzielle Aspekte: Investitionsvolumina ab 150 Millionen Euro werden angesichts der aktuellen Finanzkrise nicht mehr beiläufig bereitgestellt. Und es gibt unübersehbare Risiken, was den Abtransport der Strommengen über Land in die Ballungszentren betrifft: Das vorhandene Netz reicht dafür nicht aus, das vom Bund geplante Investitionsbeschleunigungsgesetz lässt auf sich warten, und völlig ungeklärt ist, wer die Netze, die von ihren bisherigen Eigentümern, den Energiekonzernen, an branchenfremde Investoren abgegeben werden sollen, erwirbt und/oder betreibt.

Wirtschaftsminister Werner Marnette bezeichnete die Windkraft als wesentlichen Bestandteil seines energiewirtschaftlichen Konzepts. Es soll bis zum Frühsommer überarbeitet und dann verabschiedet werden.

Unter dem Eindruck des schwedischen Beispiels setzte sich Marnette für eine weitergehende Nutzung der Kernenergie über den beschlossenen Atomausstieg ein. „Eine zukunftsfähige Energiepolitik muss den Dreiklang on Versorgungssicherheit, wettbewerbsfähigen Preisen und Klimaschutz berücksichtigen“, sagte er am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit den Kieler Nachrichten.

Durch den geplanten Ausstieg aus der Kernenergie und die zugleich altersbedingte Stilllegung fossiler Kraftwerke werde ab Mitte des nächsten Jahrzehnts eine massive Lücke bei der Stromversorgung in Deutschland entstehen, warnte er. Dem könne das Bemühen um Energiesparen auch nicht ansatzweise entgegenwirken. Auf dem Spiel stünde neben einer Versorgung der privaten Haushalte zu akzeptablen Preisen die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten deutschen Industrie.

Vor diesem Hintergrund nannte Marnette vier Schwerpunkte seiner Politik: die Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke über 2030 hinaus, wobei die Kostenvorteile zumindest teilweise an die Verbraucher weitergegeben werden müssten, sowie den Neubau besonders effizienter und umweltfreundlicher Kohlekraftwerke. Die regenerativen Energieträger müssten sich dem Wettbewerb stellen, wobei die Windenergie in windstarken Regionen weiter ausgebaut werden müsse. Schließlich, so der Minister, müsse die Energieversorgung zu einem Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten gemacht werden.

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