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Politik Kramp-Karrenbauer auf Kurssuche
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19:40 05.04.2019
Seit ihrer knappen Wahl zur Parteichefin ist Annegret Kramp-Karrenbauer zu Konservativen und Wirtschaftsliberalen besonders nett. Quelle: Axel Heimken/dpa
Berlin

All jene, die meinten, mit Annegret Kramp-Karrenbauer sei eine zweite Angela Merkel zur CDU-Chefin gewählt worden, dürften eines Besseren belehrt worden sein. Verwechslungsgefahr besteht nicht. „AKK“ setzt sich ab. Offen ist, ob ihre Absetzbewegungen die CDU zum Ziel führen – also in die Nähe der 40-Prozent-Marke. Oder doch eher ins Abseits.

Mit ihrer Ansage, Grenzschließungen seien als „Ultima Ratio“ möglich, ihrer Forderung nach einem Flugzeugträger oder der Witzelei auf Kosten von Minderheiten hat sich die Saarländerin rechts von Merkel verortet. Aufhorchen ließ auch ihre Forderung nach Steuersenkungen für die Wirtschaft.

Kramp-Karrenbauer hat damit den Konservativen und Wirtschaftsliberalen in der Union ein Versöhnungsangebot unterbreitet, das diese dankbar annahmen. So verhinderte sie nach ihrer knappen Wahl zur Vorsitzenden eine Spaltung der CDU und überwand das Zerwürfnis mit der CSU.

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Doch dafür nahm Kramp-Karrenbauer in Kauf, liberale Christdemokraten zu verprellen – ausgerechnet jene, die sie im Wettstreit mit Friedrich Merz am stärksten unterstützten. Dass deren Gesprächskreis - die „Union der Mitte“ - nun erstmals zusammenkam, muss Kramp-Karrenbauer als Warnsignal deuten. Die Botschaft an sie ist klar: Nicht übertreiben. Die Umfragen bestätigen die Verfechter des Mitte-Kurses: Die CDU stagniert bei 30 Prozent, die Beliebtheit der Vorsitzenden sinkt.

Merkel orientierte sich an der Mehrheit in der Bevölkerung und weniger an der Mehrheit in der Partei. Der Union tat das nicht immer gut. Will sich Kramp-Karrenbauer Machtoptionen offenhalten, sollte sie nicht den umgekehrten Fehler begehen. Was manch einen Lautsprecher in der Partei zufriedenstellt, verheißt noch lange keine Mehrheiten bei Wahlen.

Von Marina Kormbaki/RND

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