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Politik Wagenknecht: Ein großes Pfund mit großen Schwächen
Nachrichten Politik Wagenknecht: Ein großes Pfund mit großen Schwächen
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16:56 12.03.2019
Sahra Wagenknecht zieht sich zurück. Quelle: Sina Schuldt/dpa
Berlin

Am Montag hatte sich mancher noch gewundert, dass und mit welcher Begründung Sahra Wagenknecht den Rückzug aus der Führung der von ihr selbst gegründeten angeblichen Sammlungsbewegung „Aufstehen“ angetreten hatte. Schließlich stellte sie damit allzu offensichtlich ihr eigenes Scheitern aus. „Aufstehen“ war ja erst vor einem halben Jahr aus der Taufe gehoben worden. Kaum jemand ahnte, dass der Rückzug von „Aufstehen“ nur der Auftakt war zum Rückzug aus der Fraktionsspitze. Damit hatten zum jetzigen Zeitpunkt die wenigsten gerechnet.

Machtpolitisch isoliert

Die politische und journalistische Fairness gebietet, dass man die von der 49-Jährigen ins Feld geführten Beweggründe ernst nimmt. Sie spricht von gesundheitlichen Problemen, die aus Stress und Überlastung herrührten. Unübersehbar ist aber auch, dass sich Wagenknecht politisch in eine Sackgasse manövriert hatte. „Aufstehen“ zog keine Massen an. Sozialdemokraten und Grüne wollten sich der Bewegung nicht anschließen – aus inhaltlichen wie machtstrategischen Gründen. Und in der Linken nahm die Zahl der Wagenknecht-Gegner eher zu als ab. Ihre Wiederwahl nach den Landtagswahlen im Herbst wäre keineswegs sicher gewesen. Zuletzt sah es eher nach Abwahl aus.

Das größte Pfund der Partei

Kein Zweifel: Wagenknecht ist das größte Pfund der Partei. Sie ist kaltschnäuzig, in der Wirtschafts- und Finanzpolitik beschlagen und rhetorisch stärker als alle anderen in der Linken. Ihr Rückzug könnte sich in den Umfragen bemerkbar machen. Wagenknecht hat jedoch eine entscheidende Schwäche. Sie ist unwillig und unfähig, anderen zu dienen. Und ihr linksnationaler Kurs ist für SPD und Grüne nicht anschlussfähig. Die machtpolitische Isolation der Linken ist die Folge. Mit Wagenknecht hätte es also gewiss weiter Streit und keine Regierungsbeteiligung gegeben. Beides könnte sich nun ändern.

Von Markus Decker/RND

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