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Politik Krankenkasse schlägt Alarm: Impfschutz bei Kindern viel zu schlecht
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07:41 08.08.2019
Nach einer neuen Krankenkassen-Studie sind die Impfquoten in Deutschland deutlich schlechter als notwendig. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Berlin

In Deutschland ist der Impfschutz bei Kindern deutlich schlechter als angenommen. Das berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf den „Arzneimittelreport“ der Krankenkasse BarmerGEK, der an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt wird. Dem Bericht zufolge gibt es nicht nur bei Masern große Impf-Lücken. Bei allen der 13 wichtigsten Infektionskrankheiten liege die Impfquote bei Kindern zur Einschulung klar unter 90 Prozent.

Das Robert-Koch-Institut ist laut „Bild“ bisher von Schutzquoten weit über 90 Prozent ausgegangen. 95 Prozent gelten als notwendig, um so genannten „Herdenschutz“ zu erreichen, mit dem Krankheiten ausgerottet werden können. Bei Zweijährigen würden diese Zielmarken auch bei hoch ansteckenden Infektionskrankheiten wie Röteln, Mumps,Diphtherie und Hepatitis B weit verfehl. Sie lägen unter 80 Prozent. Besonders hoch sei der Anteil ungeimpfter Kinder in Bayern.

Niedrige Schutzquote gibt es laut Bericht auch in Sachsen, Baden-Württemberg, Bremen und Thüringen. Relativ sei das dagegen die Lage in Brandenburg, Hessen und Niedersachsen.

Im März 2020 kommt die Masern-Impflicht

Das Bundeskabinett hatte Mitte Juli das Gesetz für eine Masern-Impfpflicht auf den Weg gebracht. Ab März 2020 müssen Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese geimpft sind. Die Impfpflicht gilt auch für bestimmte Erwachsenengruppen.

Geimpft sein müssen künftig neben Kita-Kindern und Schülern auch Tagesmütter, Kita-Personal, Lehrer, Beschäftigte im Medizinbereich und in Gemeinschaftseinrichtungen wie Flüchtlingsunterkünften - und auch deren Bewohner. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 2500 Euro. Ungeimpfte Kinder dürfen in Kitas nicht mehr aufgenommen werden.

Kinder und Mitarbeiter, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes im kommenden März schon in einer Kita, Schule oder Gemeinschaftseinrichtung sind, müssen den Impfnachweis bis spätestens 31. Juli 2021 nachreichen. Erbracht werden kann der Nachweis durch den Impfausweis, durch das gelbe Kinderuntersuchungsheft oder durch ein ärztliches Attest, aus dem hervorgeht, dass man die Masern schon hatte.

Hintergrund für das Gesetz ist ein weltweiter Anstieg der Erkrankungen. Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 543 Fälle gemeldet, in der ersten Hälfte dieses Jahres schon mehr als 400 Fälle. «Es liegt daher eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit vor, der mit weiterführenden Maßnahmen begegnet werden muss», heißt es in der Begründung zum Gesetz.

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Von RND

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