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Politik Kubicki: Stimmungshoch für Martin Schulz ist ein Strohfeuer
Nachrichten Politik Kubicki: Stimmungshoch für Martin Schulz ist ein Strohfeuer
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10:22 11.02.2017
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Wolfgang Kubicki stellt die Kampagne der FDP für die Landtagswahl vor. Quelle: Daniel Reinhardt/Archiv
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Kiel

Die in die Höhe geschnellten Umfragewerte für SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz werden sich nach Überzeugung von FDP-Vize Wolfgang Kubicki als Kurzzeit-Phänomen erweisen. "Das Beispiel Peer Steinbrück von vor vier Jahren zeigt sehr anschaulich, dass solche Hypes so schnell verfliegen können, wie sie gekommen sind", sagte der Kieler Fraktionschef der Deutschen Presse-Agentur. Auch Steinbrück habe als frisch gekürter Kanzlerkandidat die Sozialdemokraten damals auf ein Sechs-Jahres-Hoch gehievt, kurz danach aber wieder massiv an Zustimmung verloren.

"Erst wenn sich Martin Schulz zu konkreten Sachthemen äußern muss, werden wir feststellen, wie viele in seiner eigenen Partei und dann in der deutschen Bevölkerung insgesamt ihm folgen wollen", sagte Kubicki. Er gehe davon aus, dass sich der Hype um Schulz in relativ kurzer Zeit wieder legen wird. "Wenn sowohl der rechte Seeheimer Kreis in der SPD jubelt und sagt "Das ist einer von uns" und die Jusos tun das auch, dann kann etwas nicht stimmen." Das Ganze sei nur ein Strohfeuer. "Dass angesichts des Verdrusses, den Kanzlerin Angela Merkel in der Bevölkerung hinterlassen hat, ein anderes Gesicht als Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier der SPD zumindest die Option eröffnet, aus dem Jammertal der 20 Prozent herauszukommen, überrascht mich aber nicht." Die FDP müsse aus der aktuellen Zustimmung für Schulz weder im Land noch im Bund Konsequenzen ziehen, sagte Kubicki. "Denn für uns geht es nicht um Angela Merkel oder Martin Schulz, sondern um eine vernünftige Politik." Die FDP werde ihre Kampagne für die Landtagswahl konsequent fortführen. "Und wir werden sehen, wie die nächsten Umfragedaten für die Länder ausfallen und dann feststellen, ob es einen "Schulz-Effekt" auch für das Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen gibt - was ich eher bezweifle." Aus Sicht Kubickis werden positive Wirkungen von Martin Schulz und auch vom Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz einen Schatten auf die SPD in Schleswig-Holstein werfen. "Je strahlender beide erscheinen, desto weniger strahlend wird der Spitzenkandidat der SPD in Schleswig-Holstein, Torsten Albig, herüberkommen", sagte der Kieler FDP-Fraktionschef. "Dann wird ziemlich deutlich, auf welch provinziellem Niveau sich die SPD in Schleswig-Holstein befindet."

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dpa

11.02.2017
10.02.2017
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