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14:42 13.04.2015
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) will, dass Flüchtlinge schon in der Erstaufnahmeeinrichtung Informationen über den Arbeitsmarkt erhalten. Quelle: Frank Peter (Archiv)
Kiel

Die schleswig-holsteinische Landesregierung will gemeinsam mit Flüchtlingsrat, Unternehmen, Arbeitsagentur und Gewerkschaften Flüchtlingen den Einstieg in Ausbildung und Arbeit erleichtern. Dazu haben sie sich am Montag in Kiel auf erste Eckpunkte für Zielvereinbarungen verständigt. Es gebe zwei absolute Voraussetzungen für die Integration von Flüchtlingen, sagte Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD). Dies seien Sprachkenntnisse sowie Arbeit und Ausbildung.

So soll es in der Erstaufnahmeeinrichtung künftig Sprachkurse geben. Aber auch über den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sollen sich die Flüchtlinge dort informieren können, wie Meyer weiter sagte. Zudem soll erfragt werden, welche Kompetenzen, Abschlüsse und Berufserfahrung ein Asylsuchender vorweisen kann. So könnten den Flüchtlingen vor der Verteilung auf die Kommunen den Kompetenzen entsprechende Angebote gemacht werden. Die Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur ergänzte, für dieses sogenannte Profiling seien Kurzfragebögen in 15 verschiedenen Sprachen entwickelt worden. „Wir sind gut vorbereitet.“

Land wird auf Bundesebene aktiv

Meyer kündigt an, dass das Land auch auf Bundesebene aktiv werden will, beispielsweise um für das Projekt „Drei plus Zwei“ zu werben. Flüchtlinge sollen eine dreijährige Ausbildung aufnehmen können. Nach erfolgreichem Abschluss sollen sie dann die Möglichkeit haben, mindestens zwei Jahre in dem erlernten Beruf zu arbeiten. Es gebe Äußerungen des Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel (SPD), dieses vorantreiben zu wollen, sagte Meyer. „Und ich sage hier sehr deutlich, da wollen wir ihn beim Wort nehmen.“

Die Unternehmen im Land begrüßten die Initiativen, sagte der Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände Nord (UV Nord), Uli Wachholtz. „Wir freuen uns vor allen Dingen über die Arbeitskräfte, die jetzt auf die Wirtschaft zukommen, denn die suchen wir händeringend.“ Wachholtz kündigte an, dass seine Organisation bei den Regionalverbänden Ansprechpartner für Unternehmen und Flüchtlinge einsetzen will. Darüber hinaus soll ein Flüchtlingszuständiger benannt werden, der die Koordination mit anderen Stellen übernimmt.

Auch DGB und Flüchtlingsrat begrüßten die Initiative grundsätzlich. Martin Link vom Flüchtlingsrat warnte allerdings davor, die Flüchtlingsfrage nur Blick auf den Fachkräftebedarf zu führen. Es dürften nicht die vermeintlich Nützlichen gegen die angenommen nicht marktgerecht Qualifizierten ausgespielt werden.