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Politik Maas betont Wert der Demokratie – Petry relativiert Vorfälle
Nachrichten Politik Maas betont Wert der Demokratie – Petry relativiert Vorfälle
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13:01 01.09.2018
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkrieges. Quelle: imago/photothek
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Chemnitz

Seit fast einer Woche blickt Deutschland auf Chemnitz, die Stadt, die seit der tödlichen Messerattacke am vergangenen Wochenende fast jeden Tag von Demonstrationen und Kundgebungen überschattet wird. Ruhe ist erstmal nicht in Sicht, denn auch für diesen Samstag haben sich wieder zahlreiche Proteste angesagt, darunter der Trauermarsch der AfD und eine Demonstration von Vereinen unter dem Motto „Herz gegen Hetze“, beide starten am Nachmittag – die Polizei rechnet mit mehreren Tausend Teilnehmern.

Im Vorfeld melden sich Akteure aus Politik, Kultur und Gesellschaft zu Wort – ein kleiner Überblick:

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Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges

Anlässlich des 79. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkrieges und vor erneuten Demonstrationen in Chemnitz hat Außenminister Heiko Maas an den Wert der Demokratie erinnert. „Vor 79 Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Deutschland brachte unvorstellbares Leid über Europa“, schrieb der SPD-Politiker bei Twitter. „Wenn heute wieder Menschen mit Hitlergruß durch die Straßen ziehen, bleibt unsere Geschichte Mahnung und Auftrag, entschlossen für Demokratie einzutreten.

Die radikalisierte AfD

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat seine Kritik an der AfD erneuert. In diesen Tagen zeige sich deutlich, wie sehr sich die AfD radikalisiert habe, erklärte der bayerische Landesbischof mit Blick auf Äußerungen von AfD-Politikern zu den aktuellen Ereignissen in Chemnitz. „Wer an den Propaganda-Aktionen der AfD teilnimmt, muss wissen, wem er dort hinterherläuft“, fügte Bedford-Strohm hinzu. „Wenn aus den Reihen der AfD Hass- und Hetzparolen verbreitet werden, kann dies von Christinnen und Christen nicht stillschweigend hingenommen werden“, betonte Bedford-Strohm.

Musik gegen Rechts

Der Sänger der irischen Rockband U2 hat die rechten Ausschreitungen in Chemnitz scharf kritisiert. „Solche Leute gehören nicht zu Europa und diesem Land“, rief der 58 Jahre alte Sänger beim Konzert der Band am Freitagabend in der Berliner Mercedes Benz Arena. Während der Show der vier Musiker tauchte plötzlich der Slogan „#wirsindmehr“ auf dem riesigen Bühnen-Bildschirm auf. Die Menge applaudierte und jubelte. Für Montag haben unter dem Hashtag #wirsindmehr unter anderem Kraftklub, die Toten Hosen und Feine Sahne Fischfilet zu einem kostenlosen Konzert nach Chemnitz eingeladen - als Gegenprotest zu den rechten Krawallen. Bono sagte auch: „Wir müssen verstehen, warum Menschen so wütend sind.“

Petry relativiert Ausschreitungen

Die frühere AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry hat die ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz relativiert. „Keiner kann gutheißen, wenn Menschen, Ausländer oder nicht, verfolgt oder angegriffen werden“, sagte Petry der Funke-Mediengruppe. „Aber es gibt auch das legitime Bedürfnis, eine so brutale Tat in einer Versammlung zu thematisieren.“ Über ihre frühere Partei sagte Petry: „Die AfD verbarrikadiert sich und macht sich mit jeder noch so extremistischen Aussage gemein.“ Nach ihrem AfD-Rückzug initiierte Petry die Kleinpartei Die Blauen.

Von RND/dpa/lf

Der viel diskutierte Fall des zu unrecht abgeschobenen Tunesiers Sami A. beschäftigt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nachhaltig. Gegenüber der Funke Mediengruppe sagte Seehofer nun, er plädiere für die Ausweisung aller Gefährder, zu denen auch Sami A. gehöre.

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