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Politik TV-Duell: Wer schneidet besser ab?
Nachrichten Politik TV-Duell: Wer schneidet besser ab?
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19:51 23.04.2017
Von Christian Hiersemenzel
Ministerpräsident Torsten Albig (re.) und Oppositionschef Daniel Günther stellen sich im NDR ab 21 Uhr im Rahmen der „Wahlarena Schleswig-Holstein“ den Fragen von rund 140 Wahlberechtigten. Quelle: hfr
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Kiel

Das Besondere: Zuschauer können die Livesendung aus der Lübecker Kulturwerft online unmittelbar bewerten. Ein Team von der Uni Freiburg hat dafür ein Instrument entwickelt, das sich ganz einfach bedienen lässt. Teilnehmer benötigen für das sogenannte Debat-O-Meter lediglich ein Smartphone, ein Tablet oder einen Computer. Das Ganze ist eine gemeinsame Aktion von Kieler Nachrichten, Segeberger Zeitung und Lübecker Nachrichten.

„Der Debatte kommt diesmal eine noch höhere Bedeutung zu als sonst“, sagt der Freiburger Politologie-Professor Uwe Wagschal. Er hat das Debat-O-Meter mit einem Team aus Politologen und Computerfachleuten entwickelt. Denn: „Je enger der Ausgang, desto eher kann das TV-Duell einen entscheidenden Ausschlag geben.“ Gerade für den Herausforderer könne dies eine große Chance sein, sich einer breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen und zu punkten. Das NDR-Wahlduell im Jahr 2012 zwischen Albig und dem damaligen CDU-Kandidaten Jost de Jager hatten nach Senderangaben 150 000 Zuschauer verfolgt.

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Es wird ein spannender Wahlkampf

33 Prozent für die SPD, 31 Prozent für die CDU: Nach aktueller Einschätzung der Demoskopen deutet einiges auf eine Fortführung der Regierung hin, sagt Wagschal. „Dennoch wird es sehr eng, wenn man sich die resultierende Sitzverteilung anschaut. Bleiben Linke und AfD aus dem Parlament draußen, dann gewinnt auf jeden Fall die aktuelle Regierung“ – sofern sich die jüngsten Umfragewerte von Infratest dimap im NDR-Auftrag am 7. Mai auch tatsächlich so einstellen. Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU zeuge von einem spannenden Wahlkampf: „Weil es – auch gemessen an der statistischen Unsicherheit von Umfragen – durchaus sein könnte, dass die CDU am Ende vor der SPD liegt. Zumal auch die Grünen etwas zu schwächeln scheinen.“

Vergangene Woche hatte Ministerpräsident Torsten Albig mit Hochzeitsplänen für Schlagzeilen gesorgt. Nach Professor Wagschals Einschätzung spielt Privates für den Ausgang eines Duells allerdings kaum eine Rolle. Er erinnert an den früheren Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen (CDU). „Es gab ja mal einen Spitzenkandidaten im Norden, der per Bild-Zeitung nach einer Frau suchte.“ Das habe ihm damals nicht geschadet. „Privates sollte auch privat bleiben“, meint der Politologe allerdings. Wagschal: „In der TV-Debatte wird auf die Argumente Wert gelegt. Persönliche Angriffe könnten im Gegenteil negativ wirken.“

Machen Sie mit

Das Debat-O-Meter wird an diesem Dienstag gegen 20 Uhr, also eine Stunde vor Beginn der Sendung, unter www.debatometer.com scharfgeschaltet. Teilnehmer können nach der vorgeschalteten Beantwortung weniger Fragen die jeweiligen Argumente der beiden Kontrahenten live und in Echtzeit bewerten. Eine besondere Anmeldung ist nicht erforderlich, sämtliche Daten werden anonym behandelt.

Wer nach Ansicht der Zuschauer am Ende das Rennen gemacht hat, erfahren Sie am nächsten Morgen in Ihrer Tageszeitung und schon kurz nach der Sendung auf KN-online.

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