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Politik Marco Rubio – Der Dirigent in der Venezuela-Krise
Nachrichten Politik Marco Rubio – Der Dirigent in der Venezuela-Krise
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07:30 30.01.2019
Die treibende Kraft hinter Washingtons Venezuela-Politik: Senator Marco Rubio. Quelle: imago/UPI Photo
Washington

Der Terminkalender von Marco Rubio ist vielsagend: In der vergangenen Woche war der Senator im Oval Office zu Gast, um persönlich mit dem US-Präsidenten die nächsten Schritte in der Venezuela-Politik zu besprechen.

Und am gestrigen Dienstag traf sich der 47-Jährige mit Admiral Craig Faller. Der hochrangige Offizier ist gerade von einer Südamerika-Reise zurückgekehrt, um die Stimmungslage in den Nachbarländern des Krisenherdes zu sondieren.

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Es ist offensichtlich, wer in Washington - mit Blick auf Caracas - die Fäden zieht: der aufstrebende Konservative, dessen Eltern einst selbst aus Kuba flüchteten. Rubio pocht seit Wochen auf eine harte Linie gegenüber dem ölreichen Land. So soll die Formulierung von Präsident Donald Trump, dass „alle Optionen auf dem Tisch liegen“, auf ihn zurückgehen.

Rückt das US-Militär ein?

Eine Drohung, die der Kongress gerade wieder hitzig diskutiert, zumal sie von John Bolton persönlich befeuert wird: Als der Sicherheitsberater am Montag vor die Kameras trat, um Sanktionen gegen Venezuela anzukündigen, hielt er einen Sprechzettel in der Hand, der in dem kleinen Presseraum des Weißen Hauses für mehrere Journalisten gut sichtbar war:

„5000 Soldaten für Kolumbien“ stand dort handschriftlich notiert. Die Notiz erwähnte Bolton zwar nicht, aber das Weiße Haus bestätigte am Abend, dass weiterhin kein Weg auszuschließen sei.

Trump suchte nach Möglichkeiten, Maduro zu stürzen

Als würde „America First“ nicht mehr gelten, legt die US-Administration plötzlich eine Entschiedenheit in ihrer Außenpolitik an den Tag, die an so manche Vorgängerregierung erinnert. Anders als es viele Beobachter erwartet hatten, vermeidet Trump bisher aber den Fehler früherer US-Präsidenten und bemüht sich um eine stabile Allianz mit anderen lateinamerikanischen Staaten, um den Konflikt in dem ölreichen Land in seinen Sinne zu lösen.

Dabei handelt es sich keineswegs um Ad hoc-Aktionen. Von Beginn seiner Amtszeit hatte sich Trump regelmäßig über die Lage in Venezula informieren lassen und nach Möglichkeiten Ausschau gehalten, Nicolas Maduro zu stürzen.

Washington will den russischen Einfluss in Südamerika zurückdrängen

Die Hintergründe des Weißen Hauses sind sicherlich nicht uneigennützig: Trump und sein Vize Mike Pence bringen sogar die Monroe-Doktrin aus dem 19. Jahrhundert ins Spiel, nach der die USA eine besondere Verantwortung für den Doppelkontinent hätten. Zu deutsch: Andere große Mächte wie China und Russland hätten sich gefälligst aus dieser Region herauszuhalten.

Ob diese Strategie aufgeht? Juan Guaido, der von den USA unterstützte und selbst ernannte Übergangspräsident Venezuelas, sieht den Machtwechsel näherrücken. Der Druck und Sanktionen würden wirken: „Wir stehen näher an der Freiheit Venezuelas als jemals zuvor“, rief Guaido am Montag seinen Anhängern zu.

Exil-Venezolaner in Florida überaus einflussreich

Auch Rubio zeigt sich zuversichtlich - wohlwissend, was seine eigene Stammwählerschaft von ihm erwartet. Er zählt ebenso wie sein Kollege Ted Cruz zu den außenpolitischen Falken, die enge Kontakte in die Exilgemeinden im Süden Floridas unterhalten. Der Senator weiß: Der Einfluss der Exil-Venezolaner und -Kubaner in seinem Wahlkreis ist enorm, da sie in dem „Swing State“ Florida oftmals als das Zünglein an der Waage gelten.

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Von Stefan Koch/RND

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