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Politik Minister Albrecht sieht viel Skepsis
Nachrichten Politik Minister Albrecht sieht viel Skepsis
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14:32 06.02.2019
SH-Umweltminister Jan Philipp Albrecht ist seit einem halben Jahr im Amt.  Quelle: Carsten Rehder/dpa
Neumünster

Zum Schluss der zweistündigen Veranstaltung mit diversen Talkrunden gab es freundlichen Beifall für alle Teilnehmer und verhaltene Resonanz auf die Frage des Moderators "Soll er (der Minister) wiederkommen?"

Er spüre großes Interesse daran, wie es mit der Landwirtschaft weitergehe, sagte Albrecht nach seinem Premierenauftritt bei der Veranstaltung vor rund 1000 Bauern. "Die Menschen nehmen wahr, dass wir auf sie zugehen und mit ihnen gemeinsam diese Veränderungen vornehmen wollen." Dass es da noch eine gehörige Portion Skepsis gebe, liege in der Natur der Sache, sagte Albrecht. Die Politik habe die Landwirte in den letzten Jahren nicht genug mitgenommen auf den Pfad, den sie vorgegeben habe, vor allem bei der gemeinsamen Suche nach Lösungen. Das sei keinesfalls Kritik an seinem Vorgänger: "Robert Habeck hat ja dieses Eis überhaupt erst gebrochen, das über Jahre hinweg existierte", sagte Albrecht angesichts der lange Zeit harten Frontstellungen. "Ich stehe nun auf seinen Schultern und kann darauf aufbauen."

Verbrauchererwartungen forderten gerade beim Tierwohl einen deutlichen Umbau ein, betonte Albrecht. "Da muss man den Landwirten reinen Wein eingießen, gleichzeitig aber auch deutlich machen, dass man Unterstützung anbietet und dass sie das nicht alleine und vor allem auch nicht aus eigener Kraft stemmen müssen." Er spüre bei den Landwirten zunehmend eine Offenheit, sich auf gemeinsame Lösungsbemühungen einzulassen, neue Hoffnungen zu schöpfen und neue Perspektiven mutig anzugehen. Besondere Herausforderungen seien der Klimawandel, die Digitalisierung, aber auch die Erwartungen der Verbraucher an Transparenz und Qualität.

Bauern seien Optimisten

Auch der Bauernverband bekräftigte in Neumünster seine Dialogbereitschaft. Präsident Werner Schwarz bescheinigte Albrecht, er habe den Dialogprozess sehr schnell und intensiv angestoßen. "Wir reden miteinander." Nach drei wirtschaftlich schweren Jahren mit Milchpreiskrise, zu viel Regen und großer Dürre demonstrierte Schwarz Zuversicht: "Wir Bauern sind Optimisten", sagte er.

Für die nächste EU-Förderperiode müssten die Bauern nicht unbedingt mit weniger Geld rechnen, sagte Minister Albrecht in einer Talkrunde. Aus seiner Sicht muss es aber einen Wandel geben weg von der reinen Flächenförderung hin zu einer qualitativen Förderung. Der Bauernverbandspräsident war da klarer: "Wir werden weniger haben", sagte Schwarz.

Neue Ställe nicht immer sinnvoll

"Ein halbes Jahr im Amt und schon so geschmeidig", meinte Talkrundenmoderator Dietrich Holler, nachdem der Minister mehrere Fragen nicht mit Ja oder Nein, sondern differenziert beantwortet hatte. Ein Beispiel: "Das kommt darauf an", sagte Albrecht auf die Frage, ob das Land mehr Ställe brauche. "Er möchte keine neuen Ställe haben - dann soll er das auch sagen", meinte der Landwirt Simon Schlüter aus Kellinghusen. Der Minister widersprach resolut. Er lehne neue Ställe nicht grundsätzlich ab, es müsse nur betriebswirtschaftlich und in der Sache sinnvoll sein.

Mit dem Bauern Schlüter hatte es der Minister ohnehin nicht leicht. "Grüne Politik spaltet", sagte der Halter von 450 Milchkühen auf der Bühne und nannte die Grünen eine Partei von Ideologen. "Die Anderen nennen es Realisten", konterte Albrecht.

Von dpa

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