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Politik Minister-Duo besuchte Brunsbüttel
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17:21 01.10.2012
Robert Habeck (Grüne, l.), Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume Schleswig-Holsteins und Reinhard Meyer (SPD), Wirtschaftsminister Schleswig-Holsteins, posieren im Brunsbüttler Elbehafen vor dem Atomkraftwerk Brunsbüttel. Quelle: dpa
Brunsbüttel

Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) haben sich am Montag in Brunsbüttel über die Probleme des größten Industriegebiets Schleswig-Holsteins informiert. Neben einem Besuch des Bayerwerks standen auch die Schleusenanlage am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) sowie der Elbehafen auf ihrem Programm.

Zu Brunsbüttels größten Problemen zählt bis heute die Verkehrsanbindung. Ganz oben auf Brunsbüttels Wunschliste stehen der Ausbau der Bundesstraße 5 zwischen Itzehoe und Brunsbüttel sowie eine Verbesserung der Bahn-Anbindung. Habeck durfte am eigenen Leib „spüren, dass die Erreichbarkeit von Brunsbüttel verbessert werden muss“, wie Bürgermeister Stefan Mohrdieck (parteilos) feststellte: Der Minister erreichte den verabredeten Treffpunkt erst mit rund einer Viertel Stunde Verspätung, da er mit seinem Dienstwagen länger im Verkehr steckte als geplant.

Doch nicht nur an Land, auch auf den Wasserstraßen läuft der Verkehr nicht reibungslos, wie die Politiker in den Brunsbütteler Schleusenanlagen erfuhren. „Es wird international erwartet, dass dieser Kanal funktioniert“, sagte die Leiterin des Brunsbütteler Wasser- und Schifffahrtsamtes, Gesa Völkl.

Der knapp 100 Kilometer lange Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ist die am meisten befahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Er verbindet die Deutsche Bucht mit der Ostsee und verkürzt den Weg im Vergleich zur Route um Dänemark herum um 250 Seemeilen (402 Kilometer). Dadurch senkt er die Belastung für die Umwelt, denn jeder Containerfrachter spart bei einer Fahrt durch den NOK rund 20 Tonnen Treibstoff.

Die Schleusenanlagen sind jedoch seit fast hundert Jahren ununterbrochen in Betrieb und mittlerweile marode. Bauwerke und Technik stammen zum Teil noch aus der Kaiserzeit und sind häufig defekt. Dadurch müssen Schiffe oft lange warten, bevor sie in den Kanal einfahren oder ihn verlassen können. Der Bau einer fünften Schleusenkammer war im Frühjahr mit einem symbolischen Spatenstich in Angriff genommen worden. Experten gehen davon aus, dass der Bau frühestens 2017 fertiggestellt ist.

Brunsbüttel besitzt mit dem 2000 Hektar großen ChemCoast Park das größte Industriegebiet Schleswig-Holsteins. Die Bemühungen um den Klimaschutz würden die „Industrie vor ökonomische Herausforderungen“ stellen, sagte Energiewendeminister Habeck. Dazu gehöre das Einsparen des Treibhausgases CO2 sowie die immer höher steigenden Energiekosten: „Auch für die Industrie kann nicht gelten „immer weiter wie bisher“,“ betonte der Grünen-Politiker.