Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Politik Prien will mehr Musiklehrer an Schulen
Nachrichten Politik Prien will mehr Musiklehrer an Schulen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:05 21.05.2019
Karin Prien will sich für den Musikunterricht an Schulen einsetzen.  Quelle: Ulf Dahl
Rendsburg

In Schleswig-Holstein soll es ein verlässliches Angebot für Musikunterricht in den Schulen geben. Dafür stellte Bildungs- und Kulturministerin Karin Prien (CDU) konkrete Maßnahmen in Aussicht, wie sie am Rande einer Mitgliederversammlung des Landesmusikrates Schleswig-Holstein im Nordkolleg Rendsburg erklärte. Das „Mangelfach Musik“, aber auch andere kreative Bereiche wie das Darstellende Spiel, sollen wieder mehr Beachtung in den Grund- und weiterführenden Schulen finden.

Lesen Sie auch: Lehrermangel bedroht den Musikunterricht

„Musik, Kunst, Tanz und Theater schaffen Gelegenheit und Räume für ein ganzheitliches Lernen und für die Entwicklung von Geschmack, Stil und Haltung und Empathie“, erläuterte Prien. Die Bedeutung der kulturellen Bildung, namentlich der Musik, könne man nicht hoch genug wertschätzen. „Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz kommt es zentral auf die Fähigkeiten an, die den Menschen eigentlich ausmachen.“

Obwohl Prien im Vergleich mit anderen Bundesländern allgemein in Schleswig-Holstein eine „notorische Unterfinanzierung“ der Kultur sieht, „dass einem die Augen tränen“, könne sie jedoch keine wesentliche Erhöhung der Zuwendungen aus dem Haushalt versprechen und erwarten. Aber es gelte dringend, an verschiedenen Stellschrauben zu drehen, um die Situation dennoch zu verbessern. Die 1260 Musikpädagogen, die schon jetzt vor allem an Grundschulen unterrichten, seien spürbar zu wenig, um verlässlich Musikunterricht anbieten zu können. Das Problem sei zusätzlich, dass Lehrer geburtenstarker Jahrgänge bald in den Ruhestand treten und weitere Lücken hinterlassen werden. Und da eine verstärkte, allemal wünschenswert „grundständige“ Ausbildung sechs bis acht Jahre dauere, sei trotz kleiner Erfolge Abhilfe frühestens mittel- und langfristig zu erreichen.

Priens Ministerium will zusätzlich zum üblichen Lehramtsstudium mit zwei Unterrichtsfächern das sogenannte „Ein-Fach-Lehramtsstudium“ für das Lehramt an Gymnasien an der Musikhochschule in Lübeck anbieten. So könnten in Zukunft Lehrer verbeamtet werden, die nur das Fach Musik bedienen. Ohne Aussicht auf den Beamtenstatus können bald Seiten- und Quereinsteiger in allen Schularten angestellt werden – beispielsweise dürften dann Kirchenmusiker unterrichten („halb Gemeinde, halb Schule“). Musikerinnen und Musiker können mit befristeten Verträgen flexibel beschäftigt werden, ohne ihre Haupttätigkeit in der Ausübung ihrer Musik aufgeben zu müssen.

Rückendeckung bekam Prien aus dem Landeshaus. CDU, Grüne, FDP und AfD begrüßten den Maßnahmen-Katalog, die SPD blieb skeptisch.

Von Christian Strehk

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der US-Rechtspopulist Steve Bannon war in den vergangenen Tagen in Frankreich zu Gast und lobte die Wahlkampagne der Rechtspopulistin Marine Le Pen. Nun äußert der französische Präsident scharfe Kritik.

21.05.2019

Die Ibiza-Affäre belastet auch das Privatleben des ehemaligen FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache. Er entschuldigte sich zwar bei seiner Frau für sein „Macho-Gehabe“, das auf dem Skandalvideo zu sehen ist. Doch die will „ihre Gedanken sortieren“.

21.05.2019

Die Regierungskrise in Österreich spitzt sich zu: Nachdem alle Minister der FPÖ zurückgetreten sind, wird es am kommenden Montag ein Misstrauensvotum gegen Kanzler Sebastian Kurz geben. Eine Politologin kennt den Grund für diesen Schritt.

21.05.2019