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Politik Nach Rücktritt: Abgeordnete Hill beklagt Doppelmoral in Washington
Nachrichten Politik Nach Rücktritt: Abgeordnete Hill beklagt Doppelmoral in Washington
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09:52 01.11.2019
Sie gehe wegen einer "frauenfeindlichen Kultur, in der meine Nacktfotos mit Schadenfreude angeschaut werden": Die Demokratin Katie Hill verabschiedet sich mit einer aufsehenerregenden Rede aus dem US-Kongress. Quelle: imago images/MediaPunch
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Washington

Die über eine Affäre mit einer Mitarbeiterin gestürzte US-Kongressabgeordnete Katie Hill hat in ihrer Abschiedsrede mit der männerdominierten Politik unter Präsident Donald Trump abgerechnet. Doppelmoral habe sie zum Rücktritt gezwungen, sagte Katie Hill am Donnerstag im Repräsentantenhaus. "Ich gehe jetzt, aber wir haben Männer, denen glaubwürdig absichtliche Akte der sexuellen Gewalt zur Last gelegt worden sind - und sie bleiben in Vorstandsetagen, im Obersten Gerichtshof, in eben diesem Haus und, was noch schlimmer ist, im Oval Office."

In einem berüchtigten Mitschnitt, der im Wahlkampf 2016 auftauchte, war zu hören, wie Trump damit prahlt, Frauen ohne deren Zustimmung begrapschen und küssen zu können. Er hat Vorwürfe des sexuellen Fehlverhaltens von mehr als einem Dutzend Frauen zurückgewiesen. Zwei Richter am Obersten Gerichtshof der USA, Clarence Thomas und Brett Kavanaugh, waren auch mit Anschuldigungen der sexuellen Nötigung konfrontiert. Sie wiesen jegliches Fehlverhalten zurück.

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Heimliche Nacktfotos als politisches Druckmittel

Die 32-jährige Hill hatte am Sonntag ihren Rücktritt bekanntgegeben, nachdem das für Ethikfragen zuständige Gremium im Repräsentantenhaus eine Untersuchung eingeleitet hatte. Es ging um Vorwürfe, wonach sie eine Affäre mit einem Kongressmitarbeiter gehabt haben soll, was gegen Regeln der Parlamentskammer verstoßen würde. Hill wies dies zurück. Doch räumte sie eine einvernehmliche Liaison mit einer Wahlkampfhelferin ein.

“Ich gehe wegen einer frauenfeindlichen Kultur, die hämisch meine Nacktfotos konsumiert (und) Profit aus meiner Sexualität geschlagen hat.”

Katie Hill, zurückgetretene US-Abgeordnete

Unterdessen machte ein konservatives Medium Nacktfotos von Hill und einer anderen Frau publik. Die Bilder seien ohne ihre Zustimmung aufgenommen und gepostet worden, betonte Hill. Die Fotos hätten dafür gesorgt, dass sie sich weitere Beleidigungen von ihrem Ehemann habe gefallen lassen müssen, von dem sie sich scheiden lasse. Im Vorfeld sei sie gewarnt worden, dass politische Handlanger Hunderte weitere Nacktfotos hätten, die sie nach und nach publik machen würden, um sie politisch zu brechen.

Letzte Amtshandlung: Vorantreiben des Trump-Impeachment

Als letzte Amtshandlung votierte sie für eine Resolution, die Regeln für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump in der Ukraine-Affäre festlegt. Sie sei auch zurückgetreten, weil sie keine Ablenkung sein wolle, sagte sie. "Es gibt nur eine Untersuchung, die die Aufmerksamkeit dieses Landes verdient, und das ist jene, über die wir heute abgestimmt haben.

RND/AP