Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Politik Neue Brexit-Abstimmung in London – Berlin sorgt für Briten in Deutschland vor
Nachrichten Politik Neue Brexit-Abstimmung in London – Berlin sorgt für Briten in Deutschland vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:38 01.04.2019
Eine EU-Fahne mit Lichterkette und die britische Union Flag bei einer Kundgebung vor dem britischen Parlamentsgebäude. Quelle: Tim Ireland/AP/dpa
Anzeige
London/Berlin

Der bevorstehende Austritt Großbritanniens wird auch für die in Deutschland lebenden Briten einiges verändern – je nachdem, für welche Variante sich am Ende die Regierung in London entscheidet. Entsprechend groß dürfte bei manchem die Unsicherheit sein, wie es mit ihrem Aufenthalt hierzulande weitergeht. Die Bundesregierung aber kommt den Briten in Deutschland da nun offenbar entgegen.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, will die Bundesregierung ihnen auch im Fall eines ungeregelten Brexit einen gesicherten Aufenthalt garantieren. Das Bundesinnenministerium bereite entsprechende Regelungen vor, berichtet das Blatt unter Berufung auf ein Rundschreiben an die Länder. In diesem soll das Ministerium seine Pläne dargelegt und die Länder gebeten haben, die Ausländerbehörden entsprechend vorzubereiten.

Anzeige

Demnach will Berlin den Briten für einen Übergangszeitraum einen Aufenthalt wie bisher gewähren. Danach allerdings müssten sie grundsätzlich einen Aufenthaltstitel beantragen.

Wollen Briten in Zukunft nach Deutschland einreisen, so solle ihnen das bei einem kurzfristigen Aufenthalt visafrei ermöglicht werden, heißt es weiter in dem Bericht. Für langfristige Aufenthalte gebe es noch keine geplanten Regelungen.

Britisches Unterhaus stimmt über Brexit-Optionen ab

Derzeit ist unklar, wie es in Sachen Brexit weitergeht. Das britische Unterhaus soll am heutigen Montag über mehrere Brexit-Optionen abstimmen. Zwei Ideen – ein Verbleib in der Zollunion der EU, sowie ein zweites Referendum über den Brexit – zeichneten sich dabei als die wahrscheinlichsten Alternativen ab.

Premierministerin Theresa May steht, wie bereits seit fast drei Jahren, vor der schwierigen Aufgabe, die Befürworter von engen Beziehungen zur EU und deren Gegner zu vereinen. Der von ihr mit der EU ausgehandelte Deal fiel im Parlament bereits drei Mal durch.

Wenn die Regierung bis zum 12. April keine Lösung findet, verlässt Großbritannien die Europäische Union, ohne einen Plan für künftige Beziehungen. Der Wirtschaft würde das voraussichtlich sehr schaden.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker rief die Briten auf, rasch zu einer Entscheidung zu kommen. Großbritannien sollte seine Absichten „innerhalb weniger Stunden, innerhalb weniger Tage“ klären, sagte Juncker dem italienischen Sender Rai. Die Geduld der Europäer neige sich dem Ende zu.

Von RND/das/dpa

01.04.2019
Ulf Billmayer-Christen 01.04.2019
Anzeige