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13:07 29.01.2017
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Monika Heinold (r) und Robert Habeck (beide Grüne) umarmen sich. Foto: Carsten Rehder/Archiv
Neumünster

Mit einem herausragenden Ergebnis für Finanzministerin Monika Heinold als Spitzenkandidatin und Umweltminister Robert Habeck als prominentestem "Wahlhelfer" ziehen die Grünen in Schleswig-Holstein in die Landtagswahl am 7. Mai. Habeck bekräftigte am Sonntag auf einem Parteitag in Neumünster, er wolle mit aller Kraft im Wahlkampf mitwirken. Ziele der Grünen sind ein "starkes zweistelliges Ergebnis" und eine Wiederauflage der Koalition mit SPD und SSW (Südschleswigscher Wählerverband).

Umweltminister Habeck hatte die Urwahl der Grünen um die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl nur extrem knapp gegen Parteichef Cem Özdemir verloren. Er kandidiert nicht für den Landtag, will für den Fall einer erneuten Regierungsbeteiligung der Grünen aber wieder Landesminister werden.

Die Grünen wählten Heinold (58) mit einem Top-Ergebnis zur Spitzenkandidatin. Sie erhielt 120 Stimmen bei nur zwei Enthaltungen. Gegenstimmen gab es keine. Unter dem Motto "Wieder daheim!" begrüßte Heinold Habeck im Wahlkampfteam. "Du hast dich auf hoher See verdammt gut geschlagen", sagte sie dem von seinen Parteifreunden gefeierten Habeck. "Du hast die Bundespartei ganz schön aufgemischt!" Habeck verkörpere Grüne Eigenständigkeit wie kein anderer. "Die anderen Landesverbände können noch viel von Dir lernen", sagte Heinold.

Die Urwahl habe gezeigt, wie viele Grüne sich nach dem von ihm und der Landespartei im Norden verkörperten Angebot sehnten, sagte Habeck. Die Landesgrünen seien nahbar, streitbar und auf Augenhöhe mit der Wirklichkeit. Die Partei solle das Ja zur Zukunft verkörpern und nicht die Angst, sagte Habeck. In Schleswig-Holstein seien sie die Kraft, die das Land zusammenführten, und auch die führende linksliberale Kraft.

Dem Land gehe es spürbar besser als vor fünf Jahren, sagte die Finanzministerin und Spitzenkandidatin Heinold. Als Beispiele nannte sie Finanzen, Infrastruktur und innere Sicherheit. "Händeringend sucht die Opposition nach Angriffsflächen." Der Opposition warf Heinold politische Kraftmeierei vor. "CDU und FDP versprechen das Blaue vom Himmel, träumen von Jamaika und verlieren sich im Gestern."

Laut Landeschef Arfst Wagner kämpfen die Grünen für eine Fortsetzung der Küstenkoalition. "Aber wir wollen unsere eigenständige Politik bewahren." Das Grünen-Programm sei "ökologisch, gerecht und weltoffen". In einer Kampfabstimmung um Listenplatz zwei setzte sich der Landtagsabgeordnete Bernd Voß klar gegen Fraktionsvize Rasmus Andresen durch. Voß betonte in seiner Bewerbungsrede: "Ich weiß wie der Mist von Kühen riecht, aber mir stinken schlechte Gesetze."

Auf Platz drei kam Fraktionschefin Eka von Kalben, gefolgt vom zuvor gescheiterten, 30-jährigen Andresen. Gerangel gab es um den für Frauen reservierten Listenplatz fünf. Die Sozialpolitikerin Marret Bohn setzte sich in einer Stichwahl durch. Um diesen Platz hatte sich vergeblich auch Landeschefin Ruth Kastner beworben. Sie landete im ersten Wahlgang aber abgeschlagen auf dem dritten Platz und trat für keinen weiteren Platz an. "Ich werde als Landesvorsitzende mit Euch einen Volldampf-Wahlkampf machen", sagte sie.

Der Justizpolitiker Burkhard Peters hatte auf Listenplatz sechs keinen Gegenkandidaten. Gleich fünf Grüne traten für den ebenfalls als sicher geltenden Platz sieben an. Das Rennen machte in einer Stichwahl Vize-Parlamentspräsidentin Marlies Fritzen. Es folgen auf der Liste der Nachwuchsmann Lasse Petersdotter sowie die Landtagsabgeordneten Ines Strehlau und Andreas Tietze. Derzeit sind die Grünen mit zehn Abgeordneten im Parlament vertreten. 2012 hatten sie 13,2 Prozent erhalten.

dpa

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