Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Politik Nord-SPD: Steuer-Formulare sind diskriminierend
Nachrichten Politik Nord-SPD: Steuer-Formulare sind diskriminierend
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:38 22.03.2019
Gendergerechtigkeit muss es auch auf der Steuererklärung geben, fordern Schleswig-Holsteins Sozialdemokraten. Quelle: Oliver Berg/dpa (Archiv)
Anzeige
Kiel

In einem Landtagsantrag der Fraktion heißt es: "Ziel ist, die Formulare so zu gestalten, dass die Reihenfolge der Eintragung der Daten von gemeinsam veranlagten Eheleuten unabhängig von Geschlecht oder Einkommen erfolgen kann." Für die elektronische Verarbeitung müsse eine entsprechende Softwarelösung erarbeitet werden.

Tradierte Rollenbilder leben fort

Raudies kritisiert, dass sich die deutsche Steuerverwaltung aus organisatorischen Gründen "immer noch am tradierten Rollenbild der Einverdienstehe" orientiere. Sie empfindet es als diskriminierend, dass bei den geltenden Formularen bei gemeinsam veranlagten Paaren zwingend zuerst der Mann erfasst werden muss, auch wenn die Frau mehr verdient.

Anzeige

Wo bleibt das dritte Geschlecht?

Weiter heißt es in dem SPD-Antrag für die Landtagssitzung kommende Woche: "Auch verheiratete Personen mit dem Geschlechtseintrag divers oder Personen, die sich darüber hinaus nicht klar dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuordnen möchten, werden durch die bestehende Regelung diskriminiert, da nach wie vor eine klare Einordnung verlangt wird."

Vorstoß nicht ganz neu

2017 hatten sich bereits die Grünen und der Bund der Steuerzahler für mehr Geschlechtergerechtigkeit auf Formularen für Steuererklärungen eingesetzt.

Zuletzt hatte die geschlechtergerechte Sprache auch in anderen Verwaltungen Einzug gehalten - etwa in der Kieler Stadtverwaltung.

Von RND/dpa