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Politik Pakistan verschärft Kurs im Kaschmir-Konflikt mit Indien
Nachrichten Politik Pakistan verschärft Kurs im Kaschmir-Konflikt mit Indien
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15:04 08.08.2019
Pakistans Premierminister Imran Khan. Quelle: MICHAEL REYNOLDS via www.imago-images.de
Neu Delhi

Pakistan hat im Streit um Kaschmir seinen Kurs gegenüber Indien verschärft, erwägt aber keine Militäraktionen. Eisenbahnminister Sheikh Rashid Ahmad kündigte an, die “Freundschaftsexpress” genannten Züge zwischen Lahore in Pakistan und Delhi würden von Donnerstag an nicht mehr verkehren. Außenminister Shah Mahmood Qureshi versicherte aber, die Regierung erwäge keine militärischen, sondern politische und rechtliche Möglichkeiten.

Die indische Regierung hatte diese Woche entschieden, den Sonderstatus für den indischen Teil Kaschmirs aufzuheben und den indischen Staat Jammu und Kaschmir zu einem von Neu Delhi aus verwalteten Unionsgebiet herabzustufen. Außerdem wurde das mehrheitlich buddhistische Ladakh, das bisher Teil Jammu und Kaschmirs war, ein separates Unionsgebiet.

Indische Sicherheitskräfte verhafteten im indischen Teil Kaschmirs während des seit Anfang der Woche geltenden Ausgehverbots 500 Personen. Das meldete der staatliche Rundfunksender All India Radio. Offenbar sollten damit Unruhen nach der Abschaffung des Sonderstatus für das mehrheitlich muslimische Himalaya-Gebiet verhindert werden. Ein Oppositionsaktivist reichte beim höchsten indischen Gericht eine Petition gegen die von Neu Delhi verfügte Nachrichtensperre und das verschärfte Vorgehen der Sicherheitskräfte ein.

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Pakistan reagierte mit scharfer Kritik. Es kündigte am Mittwoch an, den indischen Botschafter auszuweisen und die diplomatischen Beziehungen mit dem Nachbarn zu reduzieren. Premierminister Imran Khan sagte, dass Indiens Vorgehen zu einem Krieg führen könnte. Außenminister Qureshi wies die Darstellung der Regierung in Neu Delhi zurück, der Status von Jammu und Kaschmir sei eine interne Angelegenheit Indiens, weshalb Pakistan seine Gegenmaßnahmen überdenken solle. Er kündigte zudem an, bald nach Peking zu reisen, um die chinesische Führung über die Lage in Kaschmir zu informieren.

Kaschmir ist zwischen Indien und Pakistan geteilt. Beide Atommächte beanspruchen aber das gesamte Gebiet für sich und haben deswegen bereits zwei Kriege gegeneinander geführt. Auch China hat einen kleineren Teil Kaschmirs besetzt.

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RND/AP

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