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Politik Steuer-Digitalisierung - ein ökologischer Wahnsinn?
Nachrichten Politik Steuer-Digitalisierung - ein ökologischer Wahnsinn?
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12:15 27.12.2018
Von Ulf Billmayer-Christen
Foto: Unsere Steuerdaten sollen digitalisiert werden - deshalb kommen sie nun zunächst in den Lkw. 
Unsere Steuerdaten sollen digitalisiert werden - deshalb kommen sie nun zunächst in den Lkw.  Quelle: Armin Weigel
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Kiel

Bis Juli sollen alle 16 Finanzämter angefahren werden. Nach Informationen unserer Redaktion bringt die Regierung das Millionen-Projekt mit Baden-Württemberg in diesen Tagen unter Dach und Fach. Die Rechnung: Im kommenden Jahr fallen bei erwarteten 429000 Papier-Steuererklärungen Transport- und Scankosten von 1,86 Millionen Euro an. Die Einrichtung eines Landes-Scan-Zentrums würde dagegen mit 2,22 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Die Großaktion ist präzise geplant. Am 14. Januar holt der Kurierdienst DHL die ersten Steuererklärungen in den Finanzämtern Leck und Husum ab. Ab 11. Februar kommen die Ämter in Eckernförde und Schleswig hinzu. Ab März folgen schrittweise die übrigen zwölf Finanzämter. Die Kuriere bringen die sensiblen Steuerdaten in „verplombten Transportkisten“ ins DHL-Frachtzentrum nach Neumünster. Von dort gehen die Kisten gemeinsam per Lkw in das Scan-Zentrum nach Karlsruhe. Danach werden die Unterlagen in die Finanzämter zurückgebracht, um sie zu archivieren.

Kein Verständnis bei Naturschützern

Beim Naturschutzverband BUND schüttelt man den Kopf über die Steuer-Rallye quer durch Deutschland. „Das ist ein schlechter Scherz“, sagt Landesgeschäftsführer Ole Eggers. Mit etwas Fantasie müsse sich doch eine naturverträglichere Lösung finden. „Das ist eine Frage des Wollens und nicht des Könnens.“ Kritik an der Aktion gab es auch im Landeshaus, weil ein Transport von Steuererklärungen über eine Strecke von insgesamt bis zu 1600 Kilometern „absurd“ sei.