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Politik Schüler aus Kronshagen rockt "Hart aber fair"
Nachrichten Politik Schüler aus Kronshagen rockt "Hart aber fair"
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14:13 05.02.2019
Bei Frank Plasberg ging es am Montagabend um den „Öko-Weltmeister“ Deutschland und die Frage: „Lügt sich Deutschland grün?“ Quelle: Jörg Carstensen/dpa
Berlin

Den erfrischendsten Auftritt bei „hart aber fair“ hatte am Montagabend fraglos der angehende Abiturient Jakob Blasel aus Kronshagen. Auf die Frage von Moderator Frank Plasberg, was ihn als 18-Jährigen von den Gästen auf dem Podium unterscheide, erwiderte er: „Der ganz große Unterschied ist, dass die nicht mehr so lange sitzen wie ich.“ Sprich: nicht mehr so lange leben. Daraufhin lachten alle, auch die Betroffenen auf dem Podium. Schließlich wurden sie dabei gefilmt.

Bei „Hart aber fair“ in der ARD ging es um Umwelt- und Klimaschutz und die Frage: „Lügt Deutschland sich grün?“ Die Antworten fielen unterschiedlich aus.

„Wo bleibt eine Plastiksteuer?“

Die Anti-Poden der Sendung waren in erster Linie der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke und der „Spiegel“-Kolumnist Jan Fleischhauer. Jaenicke forderte radikale Maßnahmen. Er wollte wissen: „Wo bleibt eine Plastiksteuer?“ Und: „Was ist so schwierig daran, einen Stoffbeutel zu benutzen?“ Statt einer Plastiktüte.

Dass Stoffbeutel wiederum nicht alle Probleme lösen, machten Informationen der Redaktion deutlich. So müsse ein Stoffbeutel für eine positive Öko-Bilanz immerhin 131 Mal benutzt werden, hieß es.

Zwischen Kita und Pilates-Kurs

Fleischhauer lehnte anders als Jaenicke ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen ab und sagte, Deutschland steige zuerst aus der Atomenergie aus und jetzt noch aus der Kohle. Vielleicht sei es gut, auch mal in etwas einzusteigen.

Zeit, sich um Ökologie zu kümmern, so der „Spiegel“-Mann, hätten ohnehin am ehesten Mütter zwischen Kita und Pilates-Kurs. Da grätschte Plasberg dazwischen mit der Frage: „War das mehr Frauen- oder mehr Umweltfeindlich?“

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Während die „taz“-Journalistin Heike Holdinghausen unterdessen betonte, dass ein Tempolimit weit weniger bedeutsam sei als eine wirkliche Verkehrswende und den Porsche-Fahrer vorm Ökoladen zum Klischee erklärte, lautete das Mantra von Holger Lösch vom Bundesverband der Deutschen Industrie ähnlich wie das von Fleischhauer: Man solle die Leute beim Umweltschutz nicht überfordern.

Rettung des Klimas wichtiger als Abitur

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) pendelte zwischen den Welten. Sie forderte weniger Plastikproduktion und mehr Recycling, blieb aber beim Thema Tempolimit erneut zurückhaltend. Ein klares Profil entstand so eher nicht.

Das war bei Jakob Blasel ganz anders. Der Aktivist von „Fridays for future“ ließ wissen, dass die Rettung des Klimas natürlich wichtiger sei als sein Abitur. Und er unterstrich: „Mit Eurer Welt geht es nicht so weiter, wenn Ihr so handelt.“ Umweltministerin Schulze fand das „total klasse“ – woraufhin Jaenicke konstatierte, es passiere nur leider nichts.

Hier können Sie sich die Sendung in der ARD-Mediathek anschauen.

Von Markus Decker/RND

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