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Politik Kein Rückzug aufs politische Altenteil
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11:00 02.01.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzender Ralf Stegner beim Interview in seinem Büro im Landeshaus in Kiel. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Herr Stegner, Sie werden im März nach zwölf Jahren den Landesvorsitz abgeben und damit ihren Herzensjob.

Das ist so. Ich habe mich mit dieser Verantwortung immer sehr identifiziert. Auch weil ich von meinem politischen Profil her in der Nachfolge stehe mit großen Vorsitzenden wie Jochen Steffen oder mit Günther Jansen. Er war mein politischer Lehrer, war als Sozialminister mein erster Chef in Schleswig-Holstein und ist mein Freund. Es ist aber nicht nur für mich, sondern auch für die Landespartei eine Zäsur. Ich habe sie mit klarem linken Profil und auch einem eigenen Stil geführt. Ich war nie ein Kuschelvorsitzender. Weder für die politischen Gegner noch für die eigenen Leute.

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Es gab ordentlich Druck von der Basis.

Das mit dem Druck kannte ich nie anders. Ich habe verlässliche Freunde und verlässliche Gegner und beides schon sehr lange. Ich bin noch nie davongelaufen, auch nicht aus Furcht vor irgendwelchen Wahlergebnissen. Vielmehr glaube ich, dass nach einer so langen Zeit ein Wechsel an der Spitze auch neue Chancen bieten kann. Für mich ist das kein Rückzug auf das politische Altenteil. In einer Situation, in der es meiner Partei extrem schlecht geht, kann ich mich stärker anderen Aufgaben widmen. Damit meine ich auch Berlin. Ich bin schließlich stellvertretender Bundesvorsitzender.

Einzige Bewerberin für den SPD-Landesvorsitz ist die Landtagsabgeordnete Serpil Midyatli. Oder glauben Sie, dass weitere Kandidaten den Hut in den Ring werfen?

Das glaube ich nicht. Aber ausgeschlossen ist es nicht. Wir haben momentan eine Situation, in der die Bereitschaft von Menschen, für Ämter zu kandidieren, manchmal etwas überraschend kommt. Die heute in eine Partei eintreten, morgen ein Amt übernehmen und nach kurzer Zeit für das nächsthöhere kandidieren. Meine Unterstützung gilt jedenfalls Serpil Midyatli. Und das das schon lange. Ich bin schließlich nicht ganz unschuldig daran, dass sie im Landesvorstand und der Landtagsfraktion sitzt.

Lesen Sie das ganze Interview mit Ralf Stegner in der Printausgabe der Kieler Nachrichten von Mittwoch.

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