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Politik Vom Mecki-Schnitt zum Stegner-Scheitel
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08:15 04.02.2017
Von Jürgen Küppers
Heute ist das Haar immernoch ein wenig länger, Ralf Stegner verzichtet aber oft auf das Styling mit Gel. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Als kommerzielle Werbung will der SPD-Landeschef und -Bundesvize die Anzeige allerdings nicht verstanden wissen. Schließlich habe er dafür ja auch kein Geld bekommen. Die kuriose Geschichte beginnt schon Mitte Dezember vergangenen Jahres. Damals hatte die Salon-Inhaberin Hüsne Tecirli ein paar Kieler Promis in ihr Geschäft zum Fotoshooting inklusive Häppchen und Getränke geladen – darunter neben Stegner auch Ex-Landtagsabgeordneter Trutz Graf Kerssenbrock (CDU) und Maximilian Mehdorn (langjähriger UKSH-Neurochirurgie-Klinikchef). Andere ebenfalls geladene Promi-Kunden wie Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen oder UKSH-Vorstandschef Jens Scholz ließen sich wegen Terminkollisionen entschuldigen.

Prominente Köpfe für Wettbewerb

Grund für das Stelldichein im Salon: Hüsne Tecirli hatte die Crème de la Crème ihrer Kundschaft um einen Gefallen gebeten. Sie möge doch bitte frisch frisierte Köpfe und ihre bekannten Namen hergeben, damit sie sich mit Profi-Fotos beim Wettbewerb „German Hairdressing Award“ bewerben könne. Selbstverständlich ohne finanzielle Gegenleistung. Der Plan funktionierte. „In meiner Kategorie habe ich es aus Hunderten von Bewerbungen unter die letzten neun geschafft.“ Ob es für einen Platz ganz vorne in der Konkurrenz reicht, entscheide sich beim Wettbewerbs-Finale am 18. Juni in Hamburg.

Nach Veröffentlichung der Anzeige mit Stegners Bild und Lob stellt sich nun die Frage: Dürfen Spitzenpolitiker werben? „Als Minister dürfte Stegner es nicht. Denn Regierungsmitglieder sind zu absoluter Wettbewerbsneutralität verpflichtet“, erklärt Wolfgang Ewer, Kieler Fachanwalt für Verwaltungsrecht (beinhaltet auch Verfassungsrecht). Für Abgeordnete gelte dagegen keine Neutralitäts-, sondern lediglich eine Transparenzpflicht. Sie diene der Sicherung der Unabhängigkeit von Abgeordneten. Außerdem sollen dadurch Wähler erkennen können, ob bestimmte geschäftliche Beziehungen Entscheidungen des Abgeordneten beeinflussen können. „Das ist bei einer Friseurwerbung wohl nicht der Fall. Schon gar nicht, wenn dabei kein Geld geflossen ist.“

Ralf Stegner sieht das genauso. „Ich habe meiner Friseurin lediglich einen Gefallen getan, um den sie mich gebeten hat. Mehr nicht.“ Die Frage, ob er auch auch für andere Unternehmen werben würde, scheint den Genossen fast zu erschrecken: „Um Gottes willen, nein. Höchstens für den HSV.“

Ralf Stegner macht mit einer Werbung für einen Friseursalon Schlagzeilen. So veränderte sich sein Haarschnitt im Laufe der Jahre.

So ganz grundlos war der Gefallen Stegners wohl nicht. Schließlich hat er den haarmodischen Wandel vom strengen Bürstenschnitt zu lässigeren Scheitelfrisur Hüsne Tecirli zu verdanken. „Ich habe ihm schon vor einigen Jahren dazu geraten“, berichtet die Friseurmeisterin: „Denn Herr Stegner hat so viele Wirbel, dadurch stehen die Haare dann kreuz und quer vom Kopf ab. Das wirkte einfach unvorteilhaft.“ Noch vorteilhafter zur Geltung käme der politische Kopf der SPD aus Sicht seiner Stammfriseurin, beherzige er ihren Rat: „Einfach öfter mal lächeln. Das wirkt Wunder.“

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