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Politik Reimer Böge neuer Landesvorsitzender
Nachrichten Politik Reimer Böge neuer Landesvorsitzender
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15:50 16.03.2013
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Peter Harry Carstensen (Mitte), neuer Ehrenvorsitzender der Nord-CDU, in Neumünster nach seiner Wahl zwischen dem Landesvorstand mit dem neuen Landesvorsitzenden Reimer Böge (rechts). Quelle: dpa
Neumünster

Der 50-Jährige erhielt 235 von 275 abgegebenen Stimmen. Das entspricht 85,45 Prozent. Wadephul hatte keinen Gegenkandidaten. Der frühere Landes- und Fraktionschef in Kiel ist seit 2009 Bundestagsabgeordneter.

Der ehemalige Ministerpräsident und Landesvorsitzende Peter Harry Carstensen wurde Ehrenvorsitzender. Gerührt und mit Tränen in den Augen dankte Carstensen den Delegierten. Alles was er erreicht habe, habe er mit der Union erreicht. Er war von 2005 bis 2012 in Kiel Ministerpräsident und führte von 2002 bis 2010 den Landesverband. Er sprach seiner Partei Mut zu. „Es war nicht immer einfach, und es ist auch jetzt keine einfache Zeit“, sagte er. Aber er wette, dass es wieder wärmer werde. Die Union könne selbstbewusst damit umgehen, was sie für Schleswig-Holstein geleistet habe.

Zuvor hatte Reimer Böge als neuer CDU-Landesvorsitzender ein sehr klares Ergebnis erzielt. Drei Delegierte stimmten mit Nein, einer enthielt sich. Der 61-jährige Europa-Abgeordnete war sichtlich gerührt über die „wahnsinnige Unterstützung“. Er bat darum, ihm diese Unterstützung auch in den kommenden zwei Jahren angedeihen zu lassen. Böge hatte keinen Gegenkandidaten.

Vor der Wahl hielt Böge eine Bewerbungsrede, in der er den Bogen von der Kommunalpolitik bis nach Europa spannte. Er wolle die CDU personell und inhaltlich neu ausrichten, die Finanzen der Partei sanieren und organisatorische Veränderungen vornehmen, sagte Böge. Nur so könne die Union im Land wieder die notwendige Schlagkraft erhalten. Böge rief die Delegierten auf, die Oppositionszeit zu nutzen, um sich und die Ziele neu zu definieren, ohne die traditionellen Stärken aufzugeben. „Wir haben harte Arbeit vor uns“, sagte er. Aber das Ziel sei klar: Eine Rückkehr auf die Regierungsbank im Jahr 2017.

Die Neuwahl war nötig geworden, weil der bisherige Vorsitzende Jost de Jager Anfang Januar - enttäuscht vom mangelnden Rückhalt in der Partei - zurückgetreten war. Der 47-Jährige stand nur eineinhalb Jahre an der Spitze der Nord-CDU. Er war 2011 auf Christian von Boetticher gefolgt, der über eine frühere Beziehung zu einer Minderjährigen gestürzt war.