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Politik Kanaltunnel: Das Ende der Geduld
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19:55 01.06.2016
Von Lutz Timm
Die Sanierung der Oströhre des Rendsburger Kanaltunnels ist auf der Zielgeraden – allerdings mit erheblichen Verzögerungen. Mit der Fertigstellung der Weströhre wird nicht vor Anfang 2019 gerechnet. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel/Rendsburg

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) ersuchte derweil Hilfe bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), und Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) schaltete Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein.

„Die Unzufriedenheit ist verständlich“, sagte Karsten Thode, Dezernatsleiter Regionales Management bei der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS). „Es bringt aber nichts, wenn wir jetzt mutig Termine nennen und dann ergeben Tests etwas Neues.“ Zuvor hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) für Wirbel gesorgt und eine Fertigstellung für frühestens Anfang 2019 in Aussicht gestellt. Damit zog die Behörde unter anderem den Zorn des Unternehmensverbandes Nord auf sich, der fü morgen zu einer Protestaktion aufrufen hat.

Oströhre soll im Sommer öffnen

Nach Angaben von Thode und Sönke Meesenburg, WSA-Projektleiter für die Sanierung des Kanaltunnels, soll die Oströhre im Sommer eröffnet werden. Danach will das WSA mit der Weströhre beginnen. Allerdings müssten zuvor große Teile des Vertrags mit der Baufirma neu verhandelt werden, nachdem bei den Arbeiten in der Oströhre erhebliche Probleme aufgetaucht waren, erklärte Thode. „Wir können erst einsteigen, wenn die vertraglichen Vereinbarungen fertig sind.“

Kritik kam vom FDP-Verkehrspolitiker Christopher Vogt. „Die Wut der mittelständischen Wirtschaft ist angesichts der erheblichen Verzögerungen absolut nachvollziehbar. Es ist niemandem mehr zu vermitteln, dass die WSV nach mehreren Jahren Bautätigkeit nicht sprechfähig ist, was den Termin der Fertigstellung angeht“, sagte Vogt. Es komme jeden Tag zu erheblichen Schäden für die Unternehmen. Kai Vogel (SPD) blitzte mit seiner Idee ab, nach der Fertigstellung der Oströhre beide Richtungen zu nutzen, falls es zu einer Bauverzögerung kommen sollte. Durch den Einsatz von verschiedenen Sicherheitssystemen in den Röhren sei eine vorübergehende Öffnung nur kurzfristig möglich, sagte Thode.

Auch Regierung geduldet sich nicht mehr

Auch die Landesregierung scheint mittlerweile mit ihrer Geduld am Ende: Wirtschaftsminister Meyer wies Bundesverkehrsminister Dobrindt auf „eine Kette von Verzögerungen“ hin, die die Verkehrsteilnehmer auf „eine sehr harte Geduldsprobe“ stellten. Er forderte ihn auf, für eine Verbesserung der Organisation und ein „geordnetes Baustellenmanagement“ zu sorgen. Albig übergab eine Liste an die Kanzlerin, in der die Pannen des Projekts seit 2011 chronologisch aufgelistet werden. Er fordert: Die Bundesregierung müsse sich dafür einsetzen, diese Serie zu beenden.

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