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13:47 23.02.2013
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Landesverbände der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung: Problematisch sei vor allem, dass der Rundfunkbeitrag für jede einzelne Betriebsstätte und die dort beschäftigten Mitarbeiter berechnet wird. Quelle: dpa
Hennstedt

„Die großen Verlierer der Reform sind in erster Linie unsere mittelständischen Betriebe mit mehr als zwanzig Mitarbeitern und/oder mehreren Betriebsstätten und Filialen. Auch Firmen mit vielen Betriebsfahrzeugen werden durch die Reform stark belastet“, betonten die beiden Landesvorsitzenden, Hjalmar Stemmann und Momme Thiesen, zum Abschluss der zweitägigen Klausur am Sonnabend.

Konstruktionsfehler“ enthalte die Reform laut Mittelstands- Vereinigung auch wegen „systemwidriger Doppelbelastungen in den Bereichen Hotellerie mit Zimmerbeiträgen, bei der Zeitarbeit für extern eingesetztes Personal oder Dienstleister, die auf reine Materialfahrzeuge für Mitarbeiter angewiesen sind“.

Problematisch sei vor allem, dass der Rundfunkbeitrag für jede einzelne Betriebsstätte und die dort beschäftigten Mitarbeiter berechnet wird. „Das führt bei gleicher Mitarbeiterzahl zu einer erheblichen Benachteiligung gegenüber Unternehmen mit nur einem Betriebsstandort“, erklärte Stemmann und Thiesen.

Die Rundfunkgebühr ist in Deutschland mit Jahresbeginn von einer Geräte- auf eine Haushaltsabgabe umgestellt worden. Jeder Haushalt muss den monatlichen Regelbetrag von 17,98 Euro bezahlen. Es spielt keine Rolle mehr, ob dort Radio- oder Fernsehgeräte stehen. Firmen mit vielen Filialen sind von der Reform besonders betroffen.

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