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Politik SPD-Fraktionsvize Lauterbach: Gesetzliche Kassen dürfen Homöopathie nicht mehr bezahlen
Nachrichten Politik SPD-Fraktionsvize Lauterbach: Gesetzliche Kassen dürfen Homöopathie nicht mehr bezahlen
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16:09 02.07.2019
Homöopathische Mittel werden oft in Form von „Globuli“, lateinisch für „Kügelchen“, verabreicht. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Berlin

SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach will gesetzlichen Krankenkassen die Kostenerstattung von Homöopathie verbieten. „Wir müssen in der Groko darüber reden“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“. Ihm zufolge sollen auch freiwillige Leistungen der Krankenkassen wirtschaftlich und medizinisch sinnvoll sein.

Der SPD-Gesundheitsexperte verweist mit seinem Vorstoß auf Frankreich. Dort hat die oberste Gesundheitsbehörde festgestellt, das homöopathische Arznei wissenschaftlich gesehen nicht ausreichend wirksam sei. Daher sei eine Erstattung nicht gerechtfertigt. „Im Sinne der Vernunft und der Aufklärung sowie des Patientenschutzes ist es auch in Deutschland falsch, dass Kassen aus Marketinggründen Homöopathie bezahlen“, erklärte Lauterbach auf Twitter.

Homöopathie nicht durch Kassenleistung „adeln“

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), der über die Pflichtleistungen der gesetzlichen Kassen entscheidet, unterstützt Lauterbach. Behandlungsmethoden ohne klaren Beleg für Wirksamkeit und Nutzen sollten „nicht noch dadurch geadelt werden, dass sie von Kassen als Satzungsleistungen bezahlt werden“, sagte der G-BA-Vorsitzende Josef Hecken dem „Tagesspiegel“.

Kritik an Lauterbachs Vorschlag kommt aus der Union. Deren gesundheitspolitische Sprecherin, Karin Maag, findet es falsch, die freiwilligen Leistungen der Versicherer zu beschränken. „Wir führen keinen Kreuzzug gegen Heilpraktiker und Naturheilverfahren“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Sie halte es für richtig, die Entscheidungsfreiheit der Patienten zu wahren.

Lesen Sie mehr: Das Geschäft mit der Homöopathie

Auch innerhalb der SPD scheint es in der Homöopathie-Frage keine klare Linie zu geben. Im Mai hatte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig die Schirmherrschaft für einen Kongress zu der umstrittenen Alternativmedizin übernommen. Für diese Entscheidung erntete die ehemalige Familienministerin Kritik von Ärzten und Politikern.

Von RND/dpa/eti

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